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AKTUELLES BÖRSENGESPRÄCH MIT MATTHIAS SCHMIDL: „Für die Finanzmärkte ist die Krise bereits abgeschlossen!“

AKTUELLES BÖRSENGESPRÄCH MIT MATTHIAS SCHMIDL: „Für die Finanzmärkte ist die Krise bereits abgeschlossen!“

Nachdem die Deutsche Börse mit erheblichen Einbußen in das Jahr 2021 starten musste, erleben die Finanzmärkte inzwischen wieder einen Aufschwung. Durch die laufenden Impfungen und den Rückgang der Infektionszahlen können wir nun auf baldige Normalität hoffen. Hat der Spuk also endlich ein Ende? Ganz so einfach ist es wohl leider nicht. Die Auswirkungen des vergangenen Jahres werden uns auch weiterhin noch begleiten. Mit welchen Folgen müssen wir rechnen? Gibt es vielleicht sogar positive Aspekte, die wir aus dieser Zeit mitnehmen können? Diese Fragen schreien förmlich nach einem Börsengespräch mit Matthias Schmidl, dem Leiter der Wertpapierabteilung der Sparkasse Regensburg.

 

In unserem letzten Börsengespräch  haben wir über die Hoffnung auf das Ende der Pandemie gesprochen. Nun haben wir Impfstoffe zur Verfügung, die uns allmählich die Normalität zurückbringen sollen. Wie schätzen Sie die Reaktion der Märkte im weiteren Verlauf der Krise ein?

Für die Finanzmärkte ist die Krise bereits abgeschlossen und es wird derzeit schon die Zeit nach der Pandemie „gefeiert“. Somit würde wirklich nur ein erneut starkes Aufflammen der Infektionszahlen und eventuell mögliche Mutationen, die zu erneuten Lockdown-Maßnahmen führen würden, die Märkte verunsichern.

 

Gibt es langfristige Folgen für die Märkte, mit welchen sich die junge Generation gegebenenfalls noch lange beschäftigen wird?

Natürlich! Und zwar sowohl positive als auch negative Folgen. Einerseits wäre die Digitalisierung die in den letzten 15 Monaten vorangetrieben wurde ohne Pandemie niemals in dieser Geschwindigkeit möglich gewesen. Und diese digitalen Errungenschaften werden insbesondere die jungen Generation noch in außerordentlichem Maß zugutekommen. Andererseits muss man aber auch kein Hellseher sein, dass die getätigten Neuverschuldungen noch über Generationen hinaus wirken werden. Die Gesamtkosten belaufen sich nur für Deutschland mittlerweile auf weit mehr als eine Billion Euro. Ein Erbe das die junge Generation noch lange mittragen wird …

 

Gute Aussichten gibt es aktuell für die Weltwirtschaft. Die USA planen 5.900 Milliarden US-Dollar in Konjunktur- und Infrastrukturprogramme zu investieren. So sollen die Folgen der Corona-Pandemie überwunden und die Vereinigten Staaten modernisiert werden. Davon werden vermutlich auch Unternehmen in Europa und Asien profitieren?

Sicherlich wird bei diesem enormen Konjunkturpaket der USA auch der Rest der Welt profitieren. Unter Joe Biden heißt es zwar nach wie vor „America first“ aber bei weitem nicht in der Absolutheit wie noch unter Donald Trump. Auch wenn in großen Teilen inneramerikanische Projekte gefördert werden und viele Transferleistungen beinhaltet sind, wird das Paket Auswirkungen in viele andere Volkswirtschaften haben. Vergessen Sie an der Stelle aber nicht das Konjunkturpaket der Europäischen Union. Auch bei uns in der EU werden 1,8 Billionen Euro in die Zukunft Europas investiert.

 

Wenn wir einen Blick auf die deutsche Wirtschaft werfen: Viele Arbeitnehmer befinden sich seit nun fast einem Jahr in Kurzarbeit, die Arbeitslosenquote steigt, einige Branchen sind noch immer sehr hart von den Einschränkungen betroffen. Wie sieht hier Ihre Prognose aus? Gehen die Börsen von einer raschen Erholung aus?

Wie bereits angesprochen haben die Börsen ihr Urteil bereits gefällt. Wirtschaft rauf, Arbeitslosenquote wieder runter und zwar sehr schnell. Derzeit sieht alles nach einer boomenden Wirtschaft nach Ende der Pandemie aus. Was dann auf längere Sicht passiert, wird dann wieder spannender.

 

Sie haben angesprochen, dass steigende Infektionszahlen oder Ängste vor Mutation die Märkte verunsichern könnten. Gibt es auch noch andere Themen, die die Volatilität an die Börsen zurückbringen könnte?

Aus meiner Sicht gibt es derzeit ein Thema, welches die Börsen in Wallung bringen könnte…Und zwar die Angst vor einer nachhaltig anziehenden Inflation. Dies würde den Druck auf die Notenbanken erhöhen sich vorzeitig von der ultralockeren Geldpolitik abzukehren. Und gerade die derzeit niedrigsten Zinsen sind die Triebfeder für die steigenden Kurse und Preise in nahezu allen Assetklassen. Daher verunsichert eine Diskussion über steigende Zinsen die Finanzmarktteilnehmer sehr stark. Wohl auch zu recht!

 

Im Herbst findet die Bundestagswahl statt. Laut aktuellen Umfragen verzeichnen die Grünen möglicherweise den stärksten Zuwachs aller Parteien, für die CDU/CSU könnte ein Verlust bevorstehen. Wie schätzen Sie die Auswirkung der anstehenden Wahlen in Deutschland auf die Märkte ein?

Wahlen sind natürlich an den Finanzmärkten ein viel beachtetes Thema und der einen oder anderen Partei wird eine wirtschaftsfreundlichere Politik unterstellt, was an den Börsen natürlich gern gesehen wird. Unterm Strich muss man aber auch sagen, dass Wahlen oft überbewertet werden. Durch Mehrheitsfindungen kommt es in der Regel zu Koalitionen, die auch wirtschaftspolitisch die richtigen Weichstellungen treffen. Ein alter Börsenspruch lautet: „Politische Börsen haben kurze Beine“…Das könnte auch dieses mal wieder so sein.

 

Vielen Dank Herr Schmidl, für Ihre Zeit und das sehr informative Börsengespräch! Wir sind gespannt, wie sich die Situation bis zum nächsten Börsengespräch entwickelt.

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