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DEKA CORONA UPDATE: Licht am Ende des Tunnels?

DEKA CORONA UPDATE: Licht am Ende des Tunnels?

 

Weltweit ist die Anzahl der täglichen Neuinfizierten im Wochendurchschnitt im Vergleich zur Vorwoche um knapp 30 Tsd. gefallen. Gemessen an der Gesamtanzahl von ca. 560 Tsd. Neuinfizierten mag dies nur einer geringen Verbesserung entsprechen. Aber nach den Vorwochen ist dies dennoch ein Erfolg. Seit gut zwei Wochen sinkt die Anzahl der Neuinfizierten in den 2. Welle-Ländern. Nach ca. 180. Tsd. in der Vorwoche sind es nun ca. 150 Tsd. Neuinfiziere. Erstmals seit Anfang Oktober sinkt nun auch die Anzahl der Neuinfizierten in den 1. Welle-Ländern. Mit einem Rückgang von ca. 420 Tsd. auf ca. 410 Tsd. kann allerdings noch nicht von einer ausgeprägten Entwicklung gesprochen werden. Die meisten Neuinfizierten stammen aus den USA, Indien, Brasilien und Russland. Schaut man auf die Dynamik der Neuinfizierten, dann sind es die Länder Brasilien, Iran, Russland und Mexiko. Die größten Rückgänge bei den Neuinfizierten gab es im Vergleich zur Vorwoche in den Ländern USA, Polen, Italien und Frankreich. Und Deutschland? Im Vergleich zu den meisten anderen europäischen Ländern ist hier die Entwicklung der Neuinfizierten eher enttäuschend, denn bislang sind die Rückgänge vergleichsweise bescheiden.

Angesichts der sich verbessernden Neuinfektionszahlen ist es nicht überraschend, dass sich auch die Situation bei den Google Mobilitätsindikatoren aufhellt. Zumindest gilt dies für die 2. Welle-Länder. Hier nahm im Wochenvorgleich die Mobilität erstmals seit fünf Wochen wieder zu. In den 1. Welle-Ländern sank die Mobilität erneut. Hierfür ist die Entwicklung inden USA hauptverantwortlich, was vermutlich im Zusammenhang mit Thanksgiving steht.

Blick auf Europa und die Impstoff-Entwicklung

In Deutschland sank die Arbeitslosigkeit im November überraschend deutlich, saisonbereinigt um 39.000. Die Arbeitslosenquote sank auf 6,1 %. Laut Berechnungen der Bundesagentur für Arbeit hat die Corona-Krise die Arbeitslosenquote um 1,1 Prozentpunkte erhöht. Während in Deutschland die Corona-Restriktionen leicht verschärft wurden, lockern viele andere Länder, weil sie mit ihren Maßnahmen erfolgreich waren und die Anzahl der Neuinfektionen kräftig gesenkt haben. Hierzu zählen unter anderem Frankreich, Irland, Belgien, Polen, Tschechische Republik.

Die Risiken um den EU-Wiederaufbaufonds sind aufgrund des anhaltenden Widerstandes von Ungarn und Polen gestiegen. Die Fronten zwischen diesen beiden Ländern auf der einen Seite und Frankreich, Niederlande und weiteren auf der anderenscheinen verhärtet. Eine Einigung beim EU-Gipfel am 10./ 11. Dezember ist fraglich.

Bei den Corona-Impfstoffen überschlagen sich weiter die Meldungen: 1) Moderna stellte den ersten Antrag auf EU-Zulassung, kurz darauf folgten Pfizer und BioNTech. 2) Das Vereinigte Königreich hat als erstes eine Zulassung für das Mittel von Pfizer und BioNTech erteilt. 3) AstraZeneca plant eine neue Studie zu seinem Covid-19-Medikament nachdem es Hinweise auf Unregelmäßigkeiten bei der Phase-3-Studie gab. Die 90 % Wirksamkeit trat vor allem in einer jüngeren Testgruppe auf, zudem war die bislang erfolgreichste Dosierung Ergebnis eines „glücklichen Zufalls“.

Auswirkungen auf die Unternehmen

„Aktuelles zum Coronavirus“ könnte mittlerweile eigentlich zu „Aktuelles von der Impfstoffentwicklung“ umgetauft werden. Denn zumindest die Kapitalmärkte verfolgen die Nachrichten zur Impfstoffentwicklung mit einem größeren Interesse als die zur Neuinfektionsentwicklung. Dabei gibt es bei beiden Themenbereichen durchaus nennenswerte Neuigkeiten. Der Fortschritt bei den Impfstoffen schreitet rasant voran und immer mehr Hersteller geben wirksame Lösungen bekannt, die zeitnah und in hohen Dosen verfügbar sein werden. Dazu passt die Nachricht von heute, dass der Impfstoff von Pfizer/BionTech in UK bereits die Zulassung erhalten hat. EU und auch die USA dürften schon bald folgen. Ähnliche Meldungen sind auch von anderen Impfstoffherstellern zeitnah zu erwarten. Die Zahlen zu den Impfstoffen geben es tatsächlich her, dass in den großenIndustriestaaten bis Mitte kommenden Jahres ausreichend große Bevölkerungsteile geimpft sind, so dass Herdenimmunität imspäteren Jahresverlauf gegeben sein könnte. Natürlich sind auf dem Weg dahin Restrisiken vorhanden. Diese reichen von der notwendigen Bereitschaft der Bevölkerung sich tatsächlich impfen zu lassen, möglichen erst im kommenden Jahr auftretenden Nebenwirkungen, Schwierigkeiten im Produktionsprozess bis hin zur Gefahr von Virusmutationen, welche die Wirksamkeit der bis dahin zugelassenen Impfstoffe dann gleich wieder in Frage stellen könnten. Einzuschätzen sind diese Risiken kaum, wenn überhaupt dürften sie erst im späteren Jahresverlauf 2021 zu erkennen sein. Bis dahin, vor allem mit Blick auf den Jahresstart und das erste Quartal 2021, haben sich die Risiko-Rahmenbedingungen in eine für die Kapitalmärkte vorteilhafte Richtung verschoben und die Kapitalmärkte diskontieren zu Recht eine gegenüber diesem Jahr deutlich verbesserte Ausgangslage, was das Wirtschafts- und Gewinnwachstum anbelangt.

Diese Perspektive wird ausreichen, um durch die aktuelle Neuinfektionsentwicklung ohne größere Rückschläge hindurchzuschauen. Besonders spannend wird dies leider in den kommenden Tagen in den USA werden. Denn dort konnte sich zwar die stark angestiegene Neuinfektionsdynamik zuletzt abschwächen, allerdings reflektieren die Zahlen noch nicht die Auswirkungen des Thanksgiving-Wochenendes. Gut möglich, dass in den kommenden Tagen in einzelnen Regionen in den USA Kapazitätsengpässe an den Krankenhäusern drohen. Dies könnte die Stimmung belasten und Gewinnmitnahmen am Aktienmarkt auslösen. Eine Richtungsumkehr oder auch größere Korrektur sollte sich daraus allerdings nicht ergeben.

Nicht nur die Aktienmärkte reflektieren diese Einschätzung, sondern auch die Rentenmärkte. Zinskurven beginnen sich zu versteilen, besonders stark gefragt sind aktuell inflationsindexierte Anleihen. Dies spiegelt zum einen die Erwartung wider, dass sich das wirtschaftliche Umfeld stabilisiert und verbessert darstellt, zum anderen, dass dadurch die Grundlage dafür geschaffen wird, dass Inflationsraten in den kommenden Jahren wieder etwas deutlicher ansteigen. Aus Wirtschafts-, Kapitalmarkt- und Notenbanksicht wäre ein Anstieg der Inflationsraten sogar wünschenswert. Mit einem schnellen und zeitnahen Anstieg ist allerdings nicht zu rechnen, auch wenn gerade in Deutschland aufgrund des Wegfalls der MwSt-Reduktion und einer erhöhten Co2-Abgabe die Inflationszahlen im ersten Quartal zunächst nach oben zeigen werden.

Auch wenn keine rasanten und nachhaltigen Inflationsanstiege zu erwarten sind, so dürfte der Tiefpunkt in der Inflationsentwicklung mittlerweile durchschritten worden sein. Gerade deshalb bleibt dieses Thema für die Kapitalmärkte in 2021 ein ganz zentrales. Aufgrund der fehlenden Dynamik werden die Notenbanken diesem Thema recht entspannt begegnen. Spätestens in der kommenden Woche dürfte es ein paar Mosaiksteinchen an Erkenntnis mehr dazu geben. Unabhängig davon werden Anleger die Bestätigung erhalten, dass am stark expansiven Einsatz von geldpolitischen Instrumenten festgehalten, oder dass dieser sogar noch erhöht oder verlängert wird.

Sollte sich die Stimmung aufgrund der Corona-Infektionszahlen in den kommenden Tagen wieder etwas eintrüben und eine durchaus notwendige kleinere Kurs-Gegenbewegung auslösen, sollten Anleger die Perspektiven für Q1 im Auge behalten, und die sprechen ganz klar für reale Anlageklassen, allen voran Aktien.

Quelle: Dekabank Research

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