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DEKA VOLKSWIRTSCHAFT PROGNOSE: „Unsicherheiten perlen an Weltkonjunktur ab!“

von Fabian Lutz am 3. November 2017

Wenn der Deutsche Aktienindex DAX die bislang unerreichte Marke von 13.000 Punkten in Angriff nimmt, dann muss alles zum Besten stehen, sollte man meinen. Dem ist aber nicht so. Wie kann es sein, dass abermals vielfältige politische Risiken aufkeimen und zugleich die Konjunktur robust bleibt und die Kapitalmärkte in Rekordlaune sind? Offenkundig dominieren weiterhin die stützenden Faktoren gegenüber der durchaus stattlichen Anzahl von verunsichernden Themen. Werfen wir zunächst mit Hilfe der Deka einen Blick auf die politischen Risiken.

 

Zusätzlich zu dem gespannten Verhältnis zwischen Nordkorea und den USA kommen gerade wieder Misstöne zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich in den wenig konstruktiven Brexit-Verhandlungen auf, und die Wahlen in Österreich und Italien werfen ihre populistischen Schatten voraus. Neuerdings fällt der Blick auf der Risikolandkarte auch auf Spanien, genauer gesagt auf die Abspaltungsbestrebungen Kataloniens. Das Referendum ist tatsächlich abgehalten worden, eine deutliche Mehrheit hat für die eigene Souveränität gestimmt. Doch die Gegner einer Abspaltung sind fast alle zu Hause geblieben, und damit steht diese Mehrheit auf den dünnen Beinen einer niedrigen Wahlbeteiligung. Da die Zentralregierung in Madrid mit ausgeprägter Härte gegen die Regionalregierung agiert, ist wenig Raum für Kompromisse.

Dennoch hält die Deka es für unwahrscheinlich, dass Katalonien tatsächlich aus Spanien und mithin aus der Europäischen Union ausscheidet. Letztlich kann die einzige vernünftige Lösung nur in Verhandlungen über ein neues, erweitertes Autonomiestatut bestehen. Mit Ausnahme spanischer Aktien und Anleihen haben die europäischen Finanzmärkte bislang kaum negativ auf die Ereignisse in Katalonien reagiert. Die Finanzmärkte behalten ihre bisherige Einstellung gegenüber den politischen Risiken bei, und die lautet: solange Konflikte regional bleiben und solange die Weltwirtschaft offen bleibt, konzentrieren sich die Marktteilnehmer auf die Fundamentaldaten. Die globale wirtschaftliche Aktivität steigt, und zwar synchron über alle Regionen.

Dagegen rechnen die Rentenmärkte nur mit einem sehr sanften Ausstieg der großen Notenbanken aus der ultra-lockeren Geldpolitik: Im Januar dürfte sich laut der Deka die Europäische Zentralbank ihr monatliches Wertpapierkaufvolumen reduzieren. Die amerikanische Notenbank Fed steht vor einer weiteren Zinserhöhung und verringert bereits ab diesem Monat ihre Zentralbankbilanzsumme. Die Belastungen dieser Zinswende werden irgendwann kommen, aber für das laufende Jahr sind die Perspektiven an den Aktienmärkten weiterhin gut.

 

Deka Prognose für Deutschland

 

Die Konjunktur hat im dritten Quartal noch keinen Schwung aufgenommen. So sanken die Einzelhandelsumsätze zum zweiten Mal in Folge, und die LiveSchätzung des Bruttoinlandsprodukts mit den bislang vorliegenden Indikatoren signalisiert nur ein mageres Wachstum. Auch das ifo Geschäftsklima ging zuletzt zweimal zurück. Doch laut Deka gibt keinen Anlass zu Trübsal: Die guten Rahmenbedingungen für die deutsche Wirtschaft sind weiterhin intakt. Zudem sinkt die politische Unsicherheit in der Welt seit einigen Monaten wieder. An dem insgesamt positiven Bild dürfte sich auch mit einem Regierungswechsel in Deutschland wenig ändern. Prognoserevision: Bruttoinlandsprodukt 2018: 1,8 % (bisher: 1,7 %); Inflation 2018: 1,6 % (bisher: 1,7 %)

 

 

 

Deka Prognose für Euroland

 

Aus konjunktureller Sicht hat Euroland ein erfolgreiches erstes Halbjahr hinter sich. Es steuert dieses Jahr auf das höchste Wirtschaftswachstum seit 2007 zu. Die europäischen Stimmungsindikatoren haben auch im dritten Quartal klare Wachstumssignale ausgesendet. So erreichte das von der EU-Kommission ermittelte Wirtschaftsvertrauen für Euroland im Durchschnitt für das dritte Quartal den höchsten Stand seit zehn Jahren. Darüber hinaus zeigt sich ein breites Länderfundament. In den vier großen Volkswirtschaften Eurolands ist die Stimmung bei den Unternehmen und den Haushalten sehr gut. Eine Verschärfung des Streits um die Unabhängigkeit Kataloniens ist allerdings ein Risikofaktor für die spanische Konjunktur. Die Preisentwicklung in Euroland bleibt wie von der Deka erwartet moderat. Im September lag die Inflationsrate wie im Vormonat bei 1,5 %. Prognoserevision: –

 

 

 

Deka Prognose für USA

 

Die jüngsten Konjunkturdaten für die Industrieproduktion und die Einzelhandelsumsätze (jeweils August) sowie für die Beschäftigungsentwicklung (September) wurden durch die Auswirkungen von Hurrikan „Harvey“ kräftig durcheinandergewirbelt. Zudem dürfte insgesamt im dritten Quartal die allgemeine Bauaktivität belastet worden sein. Sowohl für die Wohnungsbau- als auch für die Gewerbebauinvestitionen werden vermutlich Rückgänge gemeldet werden. Hingegen erholten sich beispielsweise die wöchentlich erhobenen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe relativ rasch. Etwas länger als von der Deka erwartet hielten sich die landesweiten Benzinpreise auf ihrem hohen Niveau. Dies sorgte für eine leichte Aufwärtskorrektur unserer Inflationsprognose für 2018. Das Weiße Haus gab Details zur geplanten Einkommen- und Unternehmenssteuerreform bekannt. Eine politische Einigung steht allerdings noch aus. Prognoserevision: Inflation 2018: 2,2 % (bisher: 2,1 %).

 

Quelle: Dekabank

Download: Prognosen Okt/Nov 2017

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