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WELTSPARTAG: Die Deutschen und ihr Geld

von Fabian Lutz am 24. Oktober 2017

Jährlich nimmt der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) den Weltspartag zum Anlass, eine Bestandsaufnahme zum aktuellen finanziellen Status quo der Bundesbürger zu machen. Die diesjährigen Ergebnisse wurden im jüngsten  VERMÖGENSBAROMETER „Die Deutschen und ihr Geld“ zusammengefasst und auf der Pressekonferenz des DSGV am 24. Oktober 2017 vorgestellt. Das Vermögensbarometer erscheint seit 2001. Für die repräsentative Studie werden im Auftrag des DSGV jedes Jahr über 2.800 Menschen in ganz Deutschland rund um das Thema Sparen und Vermögensaufbau befragt.

Zehn Jahre nach dem Beginn der weltweiten Finanzkrise zeigt sich Deutschland insgesamt gesehen in einer ausgesprochen guten Verfassung. Die Konjunktur brummt, der Arbeitsmarkt ist in der besten Verfassung seit der Wiedervereinigung Deutschlands. Allein diese Sicht ist aber trügerisch. Denn es besteht Handlungsbedarf, auch für die Kunden der Sparkasse Regensburg. Das zeigen die Ergebnisse: Jeder zweite Bundesbürger ist besorgt wegen der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). 

 

Mit dem Sparen kann man gar nicht früh genug beginnen!

 

„Es ist jetzt wirklich an der Zeit, dass diese Sorgen von den Notenbankern gehört werden.“

(DSGV-Präsident Georg Fahrenschon)

 

75 Prozent der Befragten haben dabei angegeben, dass ihnen die aktuellen politischen Entwicklungen Sorgen hinsichtlich der Sicherheit ihrer Ersparnisse bereitet. Bei mehr als der Hälfte beziehen sich diese Sorgen auf die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank. Dies ist mit 53 Prozent der Nennungen der mit Abstand größte Einzelwert. Fast zwei Drittel der Befragten haben zudem angegeben, dass sie eine baldige Zinswende für wichtig oder sehr wichtig halten.

Die Resultate zeigen, dass Sparen und finanzielle Vorsorge wichtig ist, das Thema aber in Teilen der Bevölkerung aus unterschiedlichen Gründen leider nicht die erforderliche Aufmerksamkeit erfährt.

 

„Ich wünsche mir klare Aussagen darüber, wie ab Januar 2018 die Anleihekäufe vermindert werden sollen, damit der Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes endlich in Sicht kommt.“ 

(DSGV-Präsident Georg Fahrenschon)

 

Entscheidend ist dabei, dass diese ersten Signale am Weltspartag am 30. Oktober nicht nur geldpolitisch, sondern auch wirtschafts- und finanzpolitisch zu einem Durchbruch führen. Auf der Ebene der Bundespolitik müssten deshalb zudem flankierend wachstumsstärkende Vorhaben bei den laufenden Koalitionsverhandlungen beschlossen werden.

Angesicht des ausbleibenden Zins- und Zinseszinseffekts müssten gerade die Menschen mit einem geringeren Einkommen ihre Sparanstrengungen sogar noch verstärken, um nicht sehenden Auges in eine Versorgungslücke im Rentenalter zu schlittern. Dabei ist die Altersvorsorge schon mit kleinen regelmäßigen Schritten möglich: Die Dekabank, der Fondsund Investmentspezialist der Sparkassen-Finanzgruppe, bietet beispielsweise Wertpapierfonds mit einer monatlichen Sparrate von 25 Euro an. Für diese Bevölkerungsgruppe engagieren sich seit jeher vor allem die Sparkassen in Deutschland, deswegen müssen ihre Anliegen auch in den Mittelpunkt unserer Forderungen an die Politik gestellt werden.

Aber nicht nur das Einkommen, sondern auch das Alter spielt eine entscheidende Rolle: Besonders sorglos scheinen gerade die jungen Menschen beim Thema Altersvorsorge zu sein: Der Anteil der Nicht-Vorsorger ist bei den 18- bis 29Jährigen mit 36 Prozent besonders hoch. Wer in der Ausbildung oder im Studium ist, mag andere Themen als die Vorsorge fürs Alter auf seiner Agenda haben. Dennoch gilt auch hier: je früher man anfängt, desto leichter kommt man ans Ziel! Vielleicht gleich am Weltspartag?

 

 

„Die überwiegende Mehrheit von 67 Prozent reagiert beim Geldanlegen nicht auf die niedrigen Zinsen.“

(DSGV-Präsident Georg Fahrenschon)

 

Wie in den Jahren zuvor hat nur ein Drittel der Befragten ihr Sparverhalten angepasst oder plant, dies zu tun. Von denjenigen, die ihr Anlageverhalten anpassen oder anpassen wollen, will nur eine Minderheit von 15 Prozent mehr sparen. Dagegen zeigen sich 38 Prozent resigniert oder sparen weniger. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch beim Kreditverhalten: 27 Prozent der Menschen, für die eine Kreditaufnahme grundsätzlich in Frage kommt, haben ihr Kreditverhalten an die niedrigen Zinsen angepasst oder wollen dies tun. 33 Prozent von ihnen verkürzen die Laufzeit oder zahlen den Kredit mit höheren Raten schneller zurück.

Es gibt aber auch eine entgegengesetzte Entwicklung: 29 Prozent der Befragten haben angegeben, ihre Kreditlaufzeit verlängert zu haben und zahlen den Kredit nun mit kleineren Raten langsamer zurück. Das birgt die Gefahr, dass bei wieder steigenden Zinsen in der Zukunft eine erhebliche Mehrbelastung droht. Vor allem Haushalte mit einem Nettoeinkommen zwischen 1.500 und 2.000 Euro reagieren auf diese Weise. 

 

„Gerade weil die eigenen vier Wände in Zeiten niedrigster Zinsen für die finanzielle Absicherung im Alter sehr gut geeignet sind, wünsche ich mir von der neuen Bundesregierung, die Bildung von Wohneigentum wieder stärker zu fördern.“

(DSGV-Präsident Georg Fahrenschon)

 

Zu diesem Weltspartag wurde beim Vermögensbarometer als Schwerpunkt das Thema Immobilienerwerb bei jungen Familien gewählt und besonders intensiv betrachtet. Rund 30 Prozent der jungen Familien planen, eine Immobilie zu erwerben. Damit liegt diese Bevölkerungsgruppe deutlich über dem Durchschnitt von 16 Prozent. Auch die Bereitschaft, sich für eine selbstgenutzte Immobilie zu verschulden, ist überdurchschnittlich: 88 Prozent der jungen Familien im Vergleich zu 75 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Allerdings agieren auch die jungen Familien mit Augenmaß und sind nur zu neun Prozent bereit, den Kaufpreis vollständig durch einen Kredit zu finanzieren. Das ist gerade einmal ein Prozentpunkt mehr als bei den 20- bis 50jährigen.

Nach den Immobilien folgen Aktien und Investments- oder Immobilienfonds als geeignetste Anlageform im Niedrigzinsumfeld. In diesem Zusammenhang ist es besonders zu begrüßen, dass mit der MIFID 2-Regulierung das aufwändige Beratungsprotokoll im nächsten Jahr durch eine Geeignetheitserklärung ersetzt werden soll. Im Gegensatz zur gewachsenen Beliebtheit von Aktien und Fondsprodukten haben Lebens- und Rentenversicherung deutlich an Zuspruch verloren. Vor zehn Jahren hielten noch 66 Prozent der Deutschen eine Lebensversicherung als geeignet für den Vermögensaufbau – heute sind es nur noch 24 Prozent. Das ist ein Verlust um fast zwei Drittel. Ähnliches gilt für die Anlageprodukte Rentenversicherung und Sparbuch.

Die Präferenzen der Menschen haben sich zehn Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise also am Weltspartag deutlich verändert. Unverändert ist der Faible der Deutschen für Sicherheit in der Geldanlage. Bei der Frage nach dem wichtigsten Faktor beim Vermögensaufbau landet dieser Aspekt nach wie vor auf dem ersten Platz, die Rendite wird als nachrangig betrachtet.

Quelle: DSGV

Download: Vermögensbarometer 2017

 

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