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INTERVIEW: No Road to Peking – dabei sein ist nicht immer alles

Die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Peking sind Geschichte. Aus. Ende. Schluss. Und damit auch unsere geplante Video-Reihe „Road to Peking“. Was? Vorbei? Welche Filme? Ach ja. Nach dem hoffnungsfrohen Auftakt gab es dann leider doch nur ein einziges schönes Video. Zur Erinnerung: Ursprünglich wollten wir die Regensburger Topstars Corinna Harrer, Florian Orth und Maren Kock auf ihrem spannenden Weg zu den Meisterschaften in Fernost begleiten. Emotionen. Kämpfe. Siege. Aber daraus wurde dann nichts.

 

Warum? Weil Athleten keine Maschinen sind. Und weil wir einfach kein Scheitern im Produktions-Plan vorgesehen hatten. Aber die Realität schlug hart und rücksichtslos zu. Corinna Harrer musste wegen einer schweren Verletzung die Saison vorzeitig beenden. Maren Kock fehlten am Ende gerademal 1,5 Sekunden zur geforderten Norm und ihr Freund Florian Orth konnte zwar die internationale Norm knacken, doch am Ende reichte auch das nicht aus. Es fehlten ihm gerade einmal 55 Hundertstel auf 1500 Meter. Das ist mehr als nur ärgerlich und wirklich wahnsinnig knapp. Scheitern hin oder her – jetzt dürfen die Sportler sprechen.

 

Hallo Florian, hallo Maren, ihr hattet beide fest für Peking geplant. Es war verdammt knapp, aber am Ende durftet ihr trotzdem nicht mit. Wie geht es euch damit? 

Maren Kock: Peking war ein Ziel, das ich im Hinterkopf hatte. Trotzdem gab es im Jahr 2015 in der Planung ja nicht nur diesen Event. Als internationale Stars hatten wir beide mit der Hallen-EM und unserer ersten Team-EM bereits zwei große Ziele erreicht. Für mich war dieses Jahr ohnehin ein kleines „Experiment“. Normalerweise bin ich eine 5000 Meter-Läuferin. Dieses Jahr habe ich mich auf die kürzere Distanz von 1500 Meter gewagt. 

Florian Orth: Das war auch für mich ein Übergangsjahr. Ich wollte unbedingt mein Studium der Zahnmedizin beenden, um die Zeit und nötige Konzentration für Rio 2016 zu haben. Außerdem habe ich dieses Jahr das erste Mal die 5000 Meter ausprobiert – genau umgekehrt wie Maren. Natürlich ist es trotzdem ärgerlich, wie knapp es am Ende mit Peking war. Klar, das sollte man als Niederlage verbuchen. Klar, das kann man das auch als Enttäuschung sehen. Aber mehr über den eigenen Verband, als über sich selbst. Vor allem weil ich stets versuche, alles für den Verband zu geben, sei es in Hinsicht auf Hallen-EM, Team-EM oder die Staffel-WM auf den Bahamas. Ganz ehrlich: Es ist schon bitter, wenn einem am Ende kein Zentimeter entgegengekommen oder geholfen wird.

 

Ihr seid ja nicht nur im Verein zusammen sondern auch  privat ein Paar. Ihr trainiert auch ab und zu zusammen. Hilft euch das bei der Verarbeitung von Niederlagen und bei der Vorbereitung auf Wettkämpfe?

Maren Kock: Gemeinsame Freude ist doppelte Freude – gerade erst in Nürnberg erlebt. Aber auch: Geteiltes Leid ist halbes Leid. Vielleicht können wir im Nachhinein ganz froh sein, dass es keiner von uns beiden geschafft hat und wir nicht in die Situation gekommen sind, dass einer von uns nach Peking fährt und der andere nicht. Aber auch solche Situationen werden vermutlich irgendwann Realität…

Florian Orth: Meine Worte, Schatzi!

 

Maren. Du hast es dieses Jahr gewagt, von 5000 Meter auf die 1500 Meter zu gehen. Auf dieser Strecke konntest du deine Bestzeit wahnsinnig steigern. Im belgischen Heusden hattest du ein wenig Pech mit dem Rennverlauf. Bist du trotzdem zufrieden mit deiner Saison und der tollen Bestzeit? Auch wenn es am Ende knapp geworden ist?

Maren Kock: Ich bin mit der Saison sehr zufrieden, da ich endlich die Schallmauer von 4:10 Minuten konstant durchbrochen habe und mich auch international in den Rennen steigern konnte. Es fehlte vielleicht das eine glückliche Rennen mit dem starken Ausschlag nach oben.

 

Flo, was überwiegt? Die Freude über das bestandene Studium zum Zahnmediziner oder die „verpasste“ Norm für Peking?

Florian Orth: Ganz klar überwiegt die Freude über das bestandene Staatsexamen. Seit dem 22. Juli fühle ich mich um einiges freier und unabhängiger und seit dem 4. August darf ich mich nun endlich Zahnarzt nennen. Ein bestandener Berufsabschluss währt  länger als eine Nicht-Teilnahme an der WM. Da bietet sich sicherlich noch einmal die Chance. Mein Staatsexamen dagegen, das kann mir keiner mehr nehmen!

 

Wie geht es jetzt weiter? Wie wird es bei dir sein, wenn du kein Studium mehr hast? Läufst du dann Weltrekord?

Florian Orth: Der Weltrekord ist noch ein ganzes Stück entfernt. Läuferisch sehe ich schon noch Potential, gerade im Hinblick auf mehr Zeit für den Wettkampf, das Training und vor allem die Regeneration. Beruflich werde ich nun die Assistenz-Zeit bei meinen Eltern in der Praxis beginnen, wo ich die meiste Freiheit und Unterstützung im Hinblick auf den Sport genieße, eine Doktorarbeit ist auch in Planung. Keine Sorge, mir wird also nicht langweilig werden. Und für den reinen Profi-Sport bin ich wohl eh nicht gemacht…

 

Nächstes Jahr ist Olympia. Wie plant ihr dafür? Macht ihr etwas anders? Wollt ihr das schon verraten?

Maren Kock: Die Saison ist für uns beide noch nicht ganz beendet, die Planungen für das nächste Jahr sind zwar schon ausgesprochen, aber noch nicht ausgetüftelt. Sicherlich birgt das äußerst interessante Jahr 2016, mit einer sehr frühen DM, einer EM in Amsterdam und Olympia in Rio auch besondere Schwierigkeiten in sich. Aber die kann man gemeinsam meistern – im Team und mit dem Team um uns herum!

Florian Orth: Auch ziehen wir sicherlich die eine oder andere Lehre aus der diesjährigen Saison. Mehr wollen wir aber noch nicht verraten, auch dir nicht, Felix! (Augenzwinkern)

 

Aha. Dann erst mal vielen Dank an euch Zwei! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg und viel Gesundheit. Ich hoffe es läuft nächstes Jahr alles nach Plan und ich kann euch am Fernseher anfeuern.

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