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Sparkasse und Kunst: Raum für die kulturelle Identität der Region

Lieber Leser, liebe Kunden und Freunde der Sparkasse Regensburg,

der Umgang mit und das Verständnis für Kunst, vor allem für moderne Kunst war mir sicher nicht in die Wiege gelegt. Weder in der öffentlichen Wahrnehmung noch im Leben einer Durchschnittsfamilie in den sechziger Jahren des abgelaufenen Jahrhunderts war ein Gemälde als Kunstform ein Thema.

 

Ich erinnere mich allerdings an eine heftige und äußerst kontrovers geführte Diskussion über Kunst und speziell in ihrer modernen Ausdrucksform, als in der Kirche unserer Stadt großformatige Bilder des Kreuzwegs eines Münchner Malers für teures Geld erworben und aufgehängt wurden. Allgemein überwog das Entsetzen über den Ankauf „solcher“ Bilder, und es herrschte weitgehend Unverständnis. Nach meinem Kenntnisstand werden diese Bilder heute als großer künstlerischer Schatz der Kirche gesehen, und es regt sich heute kein Mensch mehr über diese Art von Kunstwerk in der Kirche auf.

 

Kunstinteresse und Kunstverständnis scheint also kein naturgegebenes Talent der Menschen zu sein, sondern bedarf der Entwicklung. Meine ersten diesbezüglichen aktiven Ansätze dürften aus dem Jahr 1995 stammen, als ich aus den neuen Bundesländern zurückkehrend bei meinem Arbeitgeber – der Bayerischen Landesbank in München – mein neues Zimmer bezog und mich dort mit den leeren Wänden konfrontiert sah. Dankenswerterweise ermöglichte mir mein damals für mich zuständiges Vorstandsmitglied aus seinem Etat den Ankauf eines sehr schönen modernen Kunstwerks aus einer entsprechenden Kunstausstellung in der Bank, womit mein Büro einen erfreulichen Akzent und Atmosphäre bekam.

Bildzoom1Derart sensibilisiert übernahm ich gerne 1998, bei dem Wechsel zur Sparkasse in Regensburg, den verwaisten Vorsitz im Kunstbeirat und damit die Verantwortung über unsere Kunstsammlung und deren Entwicklung. Erfreulicherweise haben meine Vorstandskollegen diese Sammel- und Ausstellungstätigkeit immer mitgetragen – was gerade in den für die Sparkasse wirtschaftlich nicht immer leichten Jahren keineswegs selbstverständlich war. Aber so, wie die Nachhaltigkeit bei uns als Sparkasse bei allem unseren Tun im Vordergrund steht, hat sich auch bezüglich unserer Arbeit auf diesem Gebiet im Lauf der Jahre eine äußerst erfreuliche Entwicklung und Erfolg eingestellt.

 

Wir sind heute mit ca. 1.400 Exemplaren die wohl größte Kunstsammlung von Papier­arbeiten von Künstlern nach dem 2. Weltkrieg in Ostbayern und im Raum Regensburg. Unser Haus beherbergt somit einen guten Teil der modernen, kulturellen Identität unserer Region. Als große Galerie mit 50 „Außenstellen“, unseren Filialen, bieten wir der Kunst und den Künstlern zudem in konkurrenzlosem Ausmaß „Raum“ im wahrsten Sinne des Wortes.

 

Jeder Künstler betrachtet es als erhebliche Aufwertung, wenn er in seinem Werkver­zeichnis darauf hinweisen kann, dass er Teilnehmer an einer unserer Ausstellungen war und/oder seine Werke Bestandteil unserer Sammlung sind.

 

Unsere jährliche Vernissage ist ein Fixpunkt im Kulturkalender der vielen kunstinteres­sierten Menschen aus der Stadt und dem Landkreis. Sie bietet den Anlass für vielfältigste Gespräche zwischen unseren Kunden und uns, den Kunden untereinander sowie den Kunden und den Künstlern. Die Kunstszene trifft sich in unserem Haus. Wo – wenn nicht hier – können wir uns so locker, charismatisch und menschennah zeigen?

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Dass sich bezüglich der ausgestellten Werke durchaus unterschiedliche Meinungen bilden, liegt in der Natur der Sache, ist durchaus erwünscht und belebt die Diskussion. Dasselbe trifft – vielleicht sogar in noch höherem Maß – auch auf die jeweils begleitende, meist musikalische Performance zu. Ich werde nie den Abend vergessen, als das Stimmengewirr im Saal trotz einsetzender Musik nicht verebbte, weil jeder – einschließlich mir – davon ausging, dass die Künstler erst beim Stimmen ihrer Instrumente seien.

 

Auch die durchaus kontroversen Diskussionen innerhalb des Kunstbeirats über die Kunst­werke, sei es im Rahmen der Vorbereitung einer Ausstellung oder beim Ankauf von Werken, sind für mich außerordentlich erfrischend und lehrreich.

 

Kunst ist so vielfältig, wie die dahinter stehenden Künstler und die Menschen überhaupt. Eine dogmatische Herangehensweise wird der Kunst sicher nicht gerecht, jede Stilrichtung hat ihre Berechtigung und ihre subjektiven Verfechter. Dies persönlich miterleben zu können, macht sehr viel Spaß, und die überwältigende Resonanz unserer Kunden auf unsere Vernissagen und unsere Sammlung in ihrer Qualität und Einzigartigkeit darf uns zu Recht stolz machen.

Kein anderer Finanzdienstleister in unserer Region kann so etwas. Auch hier zeigt der Erfolg: Möglich heißt machen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

Dr. Rudolf Gingele (stellvertretender Vorstandsvorsitzender)

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