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Volkswirtschaft Prognosen der DekaBank: Ruckeliger Nach-Corona-Erholungspfad

Volkswirtschaft Prognosen der DekaBank: Ruckeliger Nach-Corona-Erholungspfad

Volkswirtschaft Prognosen der Deka Bank – Nach wie vor beherrscht das Coronavirus die privaten Gespräche, die Medien, die Unternehmen und die Kapitalmärkte. Doch die Impfkampagnen schreiten voran. Bislang sind weltweit über 3,2 Milliarden Impfungen verabreicht worden. Mithin stehen Lockerungen von den Corona-Beschränkungen auf der politischen Agenda. So klar es ist, dass das Coronavirus nicht komplett verschwinden wird, wir also weiter mit ihm leben müssen, so klar ist auch, dass das private Leben und die wirtschaftliche Aktivität sich wieder normalisieren dürfen und können. Der Corona-Erholungspfad ist vorgezeichnet: Die Notenbanken, so auch die Europäische Zentralbank (EZB), unterstützen die Konjunktur noch für geraume Zeit mit günstigen Finanzierungsbedingungen. Seitens der Finanzpolitik schließen sich an die Unterstützungsmaßnahmen und Konjunkturprogramme nun umfangreiche Investitionspläne an, die mit dem angestrebten Strukturwandel hin mehr Digitalisierung und Nachhaltigkeit verbunden sind.

Einschränkungen wie im Winter 2020/2021 werden sich nicht wiederholen

Der Corona-Erholungspfad verläuft freilich nicht geradlinig wie mit dem Lineal gezogen. Insbesondere in der soeben begonnenen zweiten Jahreshälfte 2021 wird es ruckelig: Die Delta-Variante des Coronavirus ist nochmals ansteckender und kann sich daher auch dank der aktuellen Lockerungen schneller verbreiten als uns allen lieb ist. Dies dürfte zeitnah wieder den Tourismus belasten und die generellen Aussichten auf das kühlere Halbjahr auf der Nordhalbkugel trüben, wenngleich solch massive Einschränkungen wie im letzten Winter unwahrscheinlich sind. Nicht minder gravierend wirken sich die Lieferengpässe bei Vorprodukten in den Unternehmen aus. Das Hochfahren von Volkswirtschaften ist ein hochkomplexer Vorgang. Wenn Container für den Welthandel an den falschen Stellen stehen, wenn die Produktion von Halbleitern sich mehr auf Konsumelektronik als bisher auf Automobile konzentriert, wenn die aufgestaute Nachfrage nach Rohstoffen deren Preise erheblich hat steigen lassen, dann ruckelt es in der konjunkturellen Erholung.

Nervosität an den Aktienmärkten nimmt vorübergehend zu

Dieses Ruckeln bedeutet eine höhere Volatilität an den Finanzmärkten, von der die Volkswirte der DekaBank für die kommenden Monate ausgehen. In besonderem Maße stehen dabei die Notenbanken im Fokus, denn sowohl die amerikanische Zentralbank Fed als auch die EZB sehen die aktuellen starken Preisanstiege als Resultat von Einmal- und Sondereffekten an, die schlussendlich nur vorübergehend auf die Inflationsraten wirken. Die Volkswirte bleiben daher bei ihrer Prognose, dass die Fed 2023 und die EZB 2026 erstmals die Leitzinsen erhöhen und zuvor nur allmählich aus den Anleiheankaufprogrammen aussteigen werden. Der monetäre Rahmen für die wirtschaftliche Erholung in den kommenden Jahren steht also. Insofern wird sich die von uns erwartete Volatilität nur in einer kurzfristigen Korrektur an den Aktienmärkten – im gut unterstützten langfristigen Aufwärtstrend – niederschlagen und uns mitnichten aus der Ruhe bringen.

 

Volkswirtschaft Deutschland BIP, Quelle: Destatis, Prognose DekaBankDeutschland

Die Konjunktur im zweiten Quartal wird nicht von der Industrie gemacht. Nein, dieses Mal sind es die Dienstleister. Befreit von den Fesseln des Lockdowns werden sie kräftig expandieren und die Schwäche der Industrie überkompensieren. Bislang zeigt sich dies allerdings nur in hochfrequenten Indikatoren und in den Stimmungsindikatoren. Letztere stehen kurz vor ihren Hochpunkten. Die Erwartungskomponenten haben schon nach unten gedreht oder sind gerade dabei, die Gesamtindikatoren werden ihnen wohl folgen. So langsam beginnt die Rückkehr zur Normalität. Und deshalb weichen die Basiseffekte und die Übertreibungen. Für das zweite Halbjahr darf dennoch mit einer Extraportion Wachstum gerechnet werden, denn Rekordauftragsbestände und leere Lager führen nach der Auflösung der Lieferengpässe zu mehr Produktion.

Prognoserevision: Bruttoinlandsprodukt 2021 bzw. 2022: 3,4 % bzw. 4,6 % (bisher: 3,0 % bzw. 4,4 %); Inflation 2021 bzw. 2022: 2,6 % bzw. 1,5 % (bisher: 2,5 % bzw. 1,4 %).

 

Euroland BIP, Quelle: Eurostat, Prognose DekaBank

Euroland

Die europäische Wirtschaft dürfte im zweiten Quartal auf den Wachstumspfad zurückgekehrt sein. Dies bringen die Frühindikatoren klar zum Ausdruck. Mittlerweile ist es nicht mehr nur die Industrie, die für wirtschaftlichen Aufwind sorgt. Die weitgehenden Lockerungen der Lockdown-Maßnahmen haben auch die Dienstleister wieder in Schwung gebracht. Die wirtschaftliche Erholung hilft im Zusammenspiel mit den bestehenden Krisenmaßnahmen, den europäischen Arbeitsmarkt zu stabilisieren. Die EWU-Arbeitslosenquote von 7,9 % verdeckt allerdings eine hohe Heterogenität. Die Arbeitslosenquoten in den vier großen EWU- Ländern liegen bei 3,7 % (Deutschland), 7,5 % (Frankreich), 10,5 % (Italien) und 15,3 % (Spanien).

Prognoserevision: Bruttoinlandsprodukt 2021: 4,7 % (bisher: 4,2 %); Inflation 2021 bzw. 2022: 1,9 % bzw. 1,4 % (bisher: 1,7 % bzw. 1,2 %).

 

Volkswirtschaft USA BIP, Quelle: Bureau of Economic Analysis, Prognose DekaBankUSA

Die allgemeinen Erwartungen an das Wirtschaftswachstum sind hoch – womöglich zu hoch. Im Mai sank das inoffizielle Bruttoinlandsprodukt um 0,1 % gegenüber dem Vormonat. Zwar wurde der Vormonatswert auf ein Plus von 0,3 % nach oben revidiert. Gleichwohl bleibt die bisherige Wachstumsdynamik im zweiten Quartal hinter den sehr hohen Erwartungen zurück. Im Mai sind die Verbraucherpreise nochmals kräftig gegenüber dem Vormonat angestiegen. Inzwischen ist klar, dass es sich hierbei um vorübergehende Preisschübe handelt, die sich vermutlich gegen Ende des Jahres zurückbilden werden. Dies bedeutet, dass manche Preise sogar fallen werden, was die Inflationsrate im Jahr 2022 deutlicher als bislang erwartet belasten wird.

Prognoserevision: Bruttoinlandsprodukt 2021: 6,2 % (bisher: 6,7 %); Inflation 2021 bzw. 2022: 3,7 % bzw. 1,7 % (bisher: 3,4 % bzw. 2,6 %).

 

 

Quelle: DekaBank

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