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GOLD: Die sieben größten Missverständnisse

GOLD: Die sieben größten Missverständnisse

 

Alibaba hortete es schon zu Lebzeiten, Regierungen halten es als eiserne Reserve, bei Frauen und Männern ist es seit eh und je als Schmuck begehrt: Gold. Sein Preis kletterte im August 2020 auf einen neuen Rekordwert. Die Krise hat das beliebteste Edelmetall der Menschen in ungeahnte Höhen katapultiert. Kein Zweifel, das Interesse der Anleger an Gold ist groß. Wer es kaufen will, hat die Wahl zwischen Goldbarren und Münzen zum einen und Wertpapieren zum anderen, die an die Goldpreisentwicklung gekoppelt sind. Welche Produkte die richtige Wahl sind, hängt immer von den eigenen Zielen ab. Aber so gefragt Gold auch ist, um so hartnäckiger halten sich darüber auch einige Irrtümer. Das Thema ist emotionsgeladen! Wir wollen etwas Licht in die Schatzkammern der Republik bringen und räumen mit den sieben größten Missverständnissen auf.  

 

1. Gold schafft Erträge!?

Nein, denn Gold ist per se nicht produktiv. Als Edelmetall handelt es sich einfach um einen Rohstoff.  Unternehmen erwirtschaften dagegen echte Gewinne, in dem sie Mehrwerte schaffen. Deshalb investieren Aktionäre auch in sie. Bei Gold gibt es Kursgewinne oder Kursverluste. Gewinn wird nur gemacht, wenn der Goldkurs steigt. Dazu muss man dann aber auch tatsächlich verkaufen. Und das kostet zusätzliche Gebühren. Ein Kursverlust wirkt sich im Umkehrschluss negativ auf die Wertentwicklung des eigenen kleinen Goldschatzes aus.

2. Gold schützt vor Inflation!?

Richtig ist, dass Gold in einer Wechselwirkung zur Inflation steht. Es bietet also auch einen gewissen Inflationsschutz. Die Betonung liegt auf „gewissen“. Wie stark genau der Goldpreis mit der Inflation in Beziehung steht, lässt sich nämlich nicht so gut beantworten. Der Preis wird auch von vielen anderen Faktoren beeinflusst. Zum Beispiel über Angebot und Nachfrage, durch die Globalisierung oder Krisen und Konflikte.  

3. Gold hat null Währungsrisiko!?

Gold wird weltweit in US-Dollar gehandelt. Wer in Europa Gold verkauft, bekommt erst Dollar und tauscht sie dann in Euro um. Je nachdem wie die Währung gerade steht, wirkt sich das dann auch auf potentielle  Gewinne oder Verluste aus. Das nennt man das Währungsrisiko. Ein Beispiel: Wird der Dollar abgewertet, bekommt man weniger Euro für den Dollar. In diesem Fall könnten Verluste entstehen, obwohl der Goldkurs eigentlich gestiegen ist. Umgekehrt kann das natürlich auch zu einem schöner Vorteil werden. Es gibt also einen Faktor X.

4. Gold bleibt wertstabil!?

Wahr ist: Gold ist eines der ältesten Zahlungsmittel überhaupt. Es findet in allen Ländern der Welt Akzeptanz. Das ist ein wichtiger Vorteil. Weil die Goldreserven des Planeten begrenzt sind, behält das Edelmetall mit hoher Wahrscheinlichkeit auch immer einen bestimmten Sachwert. Im Moment steigen oder stagnieren die Preise. Aber es ist wichtig zu wissen, dass es KEINE GARANTIE dafür gibt. Der Goldpreis kann auch sehr schnell wieder abrauschen, man spricht von der Volatilität des Goldpreises. Die ist vielleicht nicht so hoch wie bei einer Kryptowährung, aber es gibt sie. Zuletzt zum Beispiel im Jahr 2013.  2011 betrug der Höchststand knapp 1.900 Euro US-Dollar je Feinunze. 2013 fiel der Wert auf unter 1.200 US-Dollar. Autsch!

 

„Mit Aktien baue ich langfristig ein Vermögen auf. Physisches Gold ist dafür eine Art Lebensversicherung.“

Matthias Schmidl, Leiter der Wertpapierabteilung der Sparkasse Regensburg

 

 

5. Gold ist günstig!?

Nein, Gold ist teuer, denn die Nachfrage ist oft enorm. Nicht nur bei Privatanlegern, sondern auch bei Staaten wie China. Das treibt natürlich den Preis. Wer physische Goldbarren und Goldmünzen kauft, zahlt außerdem meist mehr als den Goldpreis an der Börse. Es wird also am Ende nicht nur der reine Goldwert bezahlt. Die anfallenden Aufschläge und Gebühren beim Kauf und Verkauf sind relativ hoch, vor allem bei kleinen Mengen. Selbst die laufenden Kosten sind bei Gold nicht unerheblich: zum Beispiel für ein Bankschließfach oder den Versand. Wer Gewinn machen will, muss die angefallenen Kosten toppen. Ansonsten drohen gar nicht goldige Verluste.

6. Gold ist absolut krisensicher!?

Gold hat in der Vergangenheit viele Kriege, Depressionen und mehrere Währungsreformen überstanden. Ist es damit krisensicher? Schließlich kann es, anders als Papiergeld, nicht beliebig vermehrt werden. Sowohl am Schwarzen Montag, nach dem Platzen der New Economy Blase, nach der Finanzkrise von 2008 als auch der Eurokrise verloren Aktien stark an Wert. Der Goldpreis hingegen stieg. Aber es gibt auch Schattenseiten: in der Geschichte kam es bereits vereinzelt zu so genannten Goldverboten im Zusammenhang mit Währungskrisen. In diesem Fall mussten Privatpersonen ihr Gold an den Staat abgeben und erhielten eine Entschädigung in der Landeswährung. Dies war zum Beispiel in der Weimarer Republik so oder in den USA von 1933 bis 1974. Für den Fall einer Wirtschaftskrise kann es sich lohnen, kleine Goldbarren oder Goldmünzen zu Hause oder in einem Schließfach zu haben und sie als alternative Zahlungsmittel zu nutzen. Absolut krisensicher ist aber auch Gold nicht. Da mehr als die Hälfte der Reserven bei den Zentralbanken lagern, können diese theoretisch den Markt schwemmen, und so den Preis senken.

7. Gold ist besser als Aktien!?

Lohnt es sich, in Gold zu investieren? Wenn man sich die Entwicklung über einen Zeitraum von 30 Jahren anschaut, lautet die Antwort leider: Nein. In den vergangenen Jahren haben globale Aktienfonds den Goldpreis um ein Vielfaches geschlagen. Auch wenn es während der Finanzkrise einen regelrechten Gold-Boom gab, hat diese Performance nicht gereicht, um einen globalen Aktienindex wie den MSCI World einzuholen. Eine positive Eigenschaft von Gold ist jedoch, dass es eine niedrige Korrelation mit Aktien hat. Das bedeutet: Der Goldpreis entwickelt sich häufig entgegengesetzt zu Aktienkursen. So haben sich in der Finanzkrise die Aktien- und Goldkurse gegenläufig entwickelt.  Während Aktienkurse gefallen sind, sind Goldkurse gestiegen. Wer die Volatilität seines Aktiendepots senken möchten, könnte also etwas Gold hinzumischen, um die beiden Effekte miteinander zu verbinden. Das reduziert die Gesamtschwankung des Depots. Aufgrund der Schwankung des Goldpreises sollte Gold jedoch stets nur eine geringe Beimischung im Depot ausmachen.

 

Unser Tipp: Stecken Sie höchstens einen kleinen Teil ihres Vermögens in Ihre Goldanlage. Experten empfehlen maximal eine Summe von 10 Prozent Ihres Vermögens. Sie können Rohstoffe zum Beispiel über Mischfonds oder Goldzertifikate mit einbeziehen, die den Goldkurs abbilden. Oder Sie investieren per Barren oder Münzen in physisches Gold. Als Einzelanlage ist Gold in der Regel nicht empfehlenswert.

Wie Sie Ihr Vermögen am besten anlegen und Ihr Depot sinnvoll strukturieren, klären Sie am besten im persönlichen Gespräch mit Ihrem Berater bei der Sparkasse Regensburg!

 

Quelle: Sparkasse

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