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Aktuelles Börsengespräch mit Matthias Schmidl: „Die Flut hebt alle Boote!“

Aktuelles Börsengespräch mit Matthias Schmidl: „Die Flut hebt alle Boote!“

 

Die Börsen waren 2019 geprägt von großen Gewinnen aber auch einer hohen Schwankungsbreite. Allein der DAX bewegte sich im Verlauf mit einigen Gegenbewegungen von unter 11.000 auf über 13.000 Punkten. Matthias Schmidl, Leiter der Wertpapierabteilung der Sparkasse Regensburg, prognostizierte uns im Juni weiterhin steigende Kurse aufgrund des von den Zentralbanken billig gehaltenen Geldes. Und er sollte Recht behalten! Jetzt, im Dezember, ziehen die Börsianer traditionell Bilanz. Hat sich das Wertpapiergeschäft unterm Strich positiv entwickelt? Ist es an der Zeit, Gewinne mitzunehmen oder lohnt es sich, noch etwas länger im Rennen zu bleiben? Und welche Strategie wäre für die ungewisse Zukunft erfolgsversprechend?  Wenn einer auf diese und andere Fragen Antworten weiß, dann unser Experte Herr Schmidl. Weihnachten naht, Zeit für unser letztes Börsengespräch 2019! 

 

Lieber Herr Schmidl, zäumen wir das Pferd mal von hinten auf. Ihr persönliches Fazit zum (fast schon) vergangenen Börsenjahr 2019 bitte! War es gut, war es schlecht, oder so lala? Was hat ihnen besonders gefallen, was war ärgerlich?

Herr Lutz, Sie fallen ja gleich mit der Tür ins Haus. Machen wir es kurz: Es war ein hervorragendes Jahr und zwar für alle Assetklassen. Wirklich atemberaubend war die sehr schnelle Erholung der Märkte nach dem schmerzlichen Ende des Jahres 2018. Schlecht war sicherlich, dass man aufgrund der sehr gemischten wirtschaftlichen Verfassung und der weltpolitischen Situation eher dazu geneigt war, nur zögerlich zu investieren.

 

Sie sprechen die wirtschaftliche Verfassung an. Immer mehr Ökonomen und Chefstrategen warnen in diesen Tagen vor dem möglichen Beginn einer US-Rezession. Wie beurteilen Sie die Lage in Übersee? Die amerikanische Wirtschaft und die amerikanischen Verbraucher zeigten sich in diesem Jahrhundert-Aufschwung bis dato doch recht selbstbewusst. 

Die letzten Wochen machen Hoffnung, dass es zu keiner Rezession in den USA kommt. Zudem dürfte der bevorstehende US-Wahlkampf Herrn Trump dazu bewegen, tendenziell positive Nachrichten für die Finanzmärkte zu senden. Positive Börsen sind nahezu eine Grundvoraussetzung für seine Wiederwahl.

 

Das klingt schon mal gut! Alle drei wichtigen Anlageklassen, Aktien, Anleihen und Immobilien, befinden sich auf einem Hoch oder in der Nähe des Hochs. Ist das aus Ihrer Sicht positiv oder ein Grund zur Sorge, was die Zukunft anbetrifft?

Das Hauptargument für diesen Umstand sind die nochmals gesunkenen Zinsen. Und da wir davon ausgehen, dass dieser Umstand uns noch viele Jahre begleiten wird, dürften die Assetklassen auf diesen hohen Niveaus verharren. Ich glaube, ich habe vor einiger Zeit schon einmal diese Börsenweisheit zitiert, aber sie trifft mehr den je zu: Die Flut hebt alle Boote!

 

Um im Bild zu bleiben: Wie schon so oft ruht der Blick der Matrosen auf der amerikanischen Notenbank Fed. Wieviel Spielraum bleibt der US Zentralbank als Geldkapitän im Fall einer sich verdunkelnden Wirtschaftslage?

Keine Sorge, die FED hat noch einigen Wind hinterm Segel. Die Zinsen sind noch ein ganzes Stück über dem Nullpunkt und ein Quantitativ Easing 4.0 ist auch noch jederzeit möglich. Spannender wird sein, ob Herr Powell das richtige Timing und Gespür für die Märkte besitzt…

 

Wenden wir den Blick nach Europa. Noch vor kurzem stand Deutschland knapp vor einer Rezension. Die Lage hat sich nach den jüngsten Zahlen zum Glück wieder etwas entspannt. Gefahr gebannt? Können wir bis über Weihnachten durchatmen?

Die erste Gefahr ist tatsächlich gebannt. Jetzt wird es aber spannend wie die Entwicklung weiter geht. Über Weihnachten können wir auf jeden Fall durchatmen und etwas entspannen, es wird nicht so turbulent wie letztes Jahr an diesen Tagen. Der Blick nach 2020 ist geprägt von der Hoffnung, die derzeit auch an den Börsen für steigende Kurse sorgt, dass es sich nur um eine kurze wirtschaftliche Delle gehandelt hat und jetzt wieder positivere Monate bevorstehen. Die derzeitigen Daten machen Hoffnung.

 

Das ist doch mal eine wirklich frohe Botschaft, so kurz vor den wichtigsten Festtagen des Jahres. Zum Schluss noch eine technische Frage:  Übernimmt Gold in der andauernden Niedrig- und Negativzinsphase die Rolle, die früher Anleihen im Portfolio eingenommen haben? Oder gibt es noch andere Möglichkeiten, sich gegen Schwankungen abzusichern?

Für Privatanleger ist und bleibt Gold ist kein Ersatz für Anleihen im Portfolio. Anleihen erfüllen aber auch für professionelle Anleger trotz negativer Renditen noch ihre Sicherungsfunktion. Das Edelmetall verfügt hingegen über aktienähnliche Schwankungen und birgt zudem das US-Dollar-Risiko.  Gold wird nämlich in Dollar gehandelt und wenn sich die Wechselkurse ändern, hat das auch direkte Auswirkungen auf den Preis.

 

Also besser Finger weg vom Gold?

Nicht, dass Sie mich falsch verstehen, Herr Lutz. Gold ist eine tolle Versicherung im Portfolio, um sich gegen einen Kollaps des Finanzsystems zu versichern. Natürlich immer in der Hoffnung, dass diese Versicherung nie zum Tragen kommt. Ein schönes Geschenk zu Weihnachten ist das begehrte Metall in jedem Fall. Frohe Weihnachten!

 

Herr Schmidl, schöne Festtage und eine schöne Zeit und einen guten Rutsch. Wir sprechen uns 2020 wieder!  

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