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INTERVIEW ZUM 36. PLANSPIEL BÖRSE MIT PATRICK HEYDE: „Mehr Chance als Risiko!“

eingestellt von Fabian Lutz am 12. November 2018

 

Das 36. Planspiel Börse der Sparkassen Finanzgruppe läuft bereits auf Hochtouren. Das Markumfeld ist turbulent, die Nachwuchsbroker aus der Stadt und dem Landkreis Regensburg sind nach wie vor hochmotiviert. Nun ist Halbzeit – noch ist nichts entschieden. Über 200 Teams mit fast 1.000 Teilnehmern in Stadt und Landkreis Regensburg haben sich angemeldet. Sie messen sich und ihr Börsengeschick. Spielerisch und trotzdem realitätsnah sammeln die Teilnehmer Erfahrungen in der Börsen- und Wirtschaftswelt. Ziel ist es (wie immer) 50.000 Euro Startkapital gewinnbringend zu vermehren. Bewertet werden am Ende der Depotwert und die Nachhaltigkeit der Anlagen. Wie schon im letzten Jahr betreut unser Kollege Patrick Heyde das diesjährige Planspiel Börse. Er ist ein waschechter Börsenprofi, Mitglied im Private Banking Team, Spezialgebiet Depotbetreuung. Die Börse bebt und lebt, höchste Zeit für ein Gespräch!

 

Lieber Patrick, dieser Start ins Planspiel Börse fällt in ein schwieriges Umfeld. Überwiegen aus deiner professionellen Sicht die  Risiken oder eher die Chancen für die jungen Börsianer?  

Die deutlichen Kursrückgänge an den globalen Aktienmärkten hatten keinen konkreten Auslöser. Eine Korrektur war schon seit Längerem wegen der nachlassenden geldpolitischen Schubwirkung zu erwarten. Zudem gibt es eine lange Liste von Risikofaktoren, die jederzeit zu spürbaren Marktschwankungen führen können: alternder Aufschwung, geldpolitische Wende, italienischer Staatshaushalt, steigender Ölpreis, die handelspolitische Konfrontation zwischen USA und China. Die aktuellen Ängste scheinen jedoch übertrieben – fundamental bleiben die Rahmenbedingungen intakt. Käufer dürften recht bald wieder zurück an den Markt kommen. Mit erhöhten Schwankungen muss aber weiterhin gerechnet werden. Unterm Strich bleibt für die jungen Börsianer mehr Chance als Risiko.

 

In den  letzten Jahren waren US-Unternehmen  wie Amazon, Alphabet (=Suchmaschine Google) oder Intel überproportional in den Gewinnerportfolios vertreten, auch weil die Schüler diese Marken aus ihrem Alltag gut kennen. Ist das in dieser Runde auch eine gute Idee?

Diese beliebten Aktien haben sich nicht schlechter entwickelt als der Gesamtmarkt, konnten dennoch keinen positiven Beitrag in den Depots liefern. Es ist schon richtig, dass unsere Schüler häufig auf Aktien setzen, die Sie auch selbst gut kennen. Da Aktienkurse abgezinste zukünftige Gewinne sind, dürften besonders die Bewertungen von Wachstumstiteln mit hohen Kurs/Gewinn-Verhältnissen unter Druck bleiben. Aktuell scheinen die professionellen Anleger Ihre Portfolios eher in defensivere Titel umzuschichten, wie Telekommunikation oder Versorgertitel.

 

Frankurt am Main. Die Finanzmetropole in Deutschland. (c) Fotografie Fabian Lutz

 

Für dich ist das Planspiel Börse vor allem „Learning by doing“.  Wie siehst du das eigentlich persönlich: Lernt man im Wertpapierhandel vor allem durch Fehler – oder besser durch Erfolge? Die motivieren schließlich zum Weitermachen!

Gute Frage. Mir persönlich bleiben Investments mit einer negativen Rendite mehr in Erinnerung und beeinflussen mich bei zukünftigen Investitionsentscheidungen. Das mag nicht unbedingt rational sein ist aber wohl nur allzu menschlich. Aus Fehlern können Börsianer am besten lernen. Gerade von Rückschlägen müssen sich die Schüler also nicht entmutigen lassen. Kopf hoch und weitermachen!

 

Hand aufs Herz. Wer in Aktien investieren möchte, braucht einen längeren Anlagehorizont als das Planspiel Börse vorgibt. Welche Mechanismen lassen sich trotzdem aus dem Spiel in den realen Handel mitnehmen?

Es gibt schon Spielregeln, die sich auf den realen Handel übertragen lassen. So zum Beispiel die alte Börsenregel „Lege nicht alle Eier in einen Korb“. Damit ist gemeint, nicht nur auf eine einzige Aktien zu  setzen, sondern sein Vermögen breit zu streuen. Übrigens wurde bereits vor zweitausend Jahren die Vorzüge von Aktien angedeutet: „Lass jeden Mann sein Vermögen in drei Teile teilen. Denn ein Drittel sollte in Grund und Boden, ein Drittel in Unternehmen (=Aktien) und ein Drittel in bar gehalten werden.“ Ganz generell lassen sich folgende Empfehlungen aus dem Planspiel Börse in das reale Leben übertragen:

-Verlierer nicht aussitzen

-Übermäßiges Handeln vermeiden

-Keine Jagd auf Trends

-Spekulative Wertpapiere meiden

-Streuung ist wichtig

-Nicht nur in deutsche Aktien investieren

 

Da das „Game of Stocks“ ja noch eine Weile läuft: Hast du einen guten Tipp in Sachen Strategie und Taktik? 

Wie vorhin schon erwähnt, scheint es aktuell Umschichtungen hin zu defensiveren Titeln zu geben. Davon könnten Branchen wie Telekommunikationsdienste, Hauptverbrauchsgüter und Versorger profitieren. Zyklische Branchen sind aktuell aufgrund aufkommender Konjunktursorgen nicht so gefragt. Ich hoffe auf einen sonnigen Börsenmonat November!

 

Lieber Patrick, vielen Dank für das informative Gespräch. Wir bleiben dran und sehen uns spätestens im Januar mit den diesjährigen Gewinnen!

 

PS. Schon gewusst? Während des gesamten Planspiels haben alle teilnehmenden Teams auch die Möglichkeit, sich Tipps von den Wertpapierexperten der Sparkasse Regensburg einzuholen.

Bis zum 12.12.2018 geht die diesjährige Spielrunde. Dann wird entschieden, wer sein Depot am erfolgreichsten verwaltet hat. Die bundesweit besten Schüler- und Studententeams in der Gesamt- sowie in der Nachhaltigkeitswertung werden zur exklusiven Planspiel-Börse-Gala mit mehrtägigem Rahmenprogramm eingeladen. Die Sparkasse Regensburg prämiert das Siegerteam mit 250,00 Euro. Auch der zweite und dritte Platz werden mit einem Preis ausgezeichnet.

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