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RENTE: Doppelte Herausforderung für Frauen

eingestellt von Fabian Lutz am 11. Oktober 2018

 

Zeit scheint ein kostbares und meist seltenes Gut in Deutschland zu sein. Viele Frauen und Männer freuen sich auf mehr davon im Ruhestand – doch was sie dort finanziell erwartet, darüber herrscht oft Unsicherheit. Klar ist aber auch, dass es dringenden Handlungsbedarf gibt. Dies zeigt ein Blick auf die Renteninformation, die die Deutsche Rentenversicherung seit 2005 regelmäßig an alle gesetzlich Rentenversicherten verschickt, die mindestens 27 Jahre alt sind und mindestens fünf Jahre Beiträge geleistet haben. Die Zahlen aus dem Jahresbericht verdeutlichen, dass die staatliche Rente (allein) nicht für einen finanziell sorgenfreien Ruhestand ausreicht: In den alten Bundesländern lag die monatliche Durchschnittsrente 2017 für Männer bei 1.078 Euro, für Frauen bei 606 Euro; in den neuen Bundesländern bei 1.171 Euro (Männer) beziehungsweise 894 Euro (Frauen). Die beiden letztgenannte Zahl lässt ganz besonders aufhorchen: Denn Frauen und Männer ticken unterschiedlich, was das Sparen angeht. Dazu kommen eine durchschnittlich längere Lebenserwartung und unterschiedliche Lohnniveaus. Wir fragen deshalb bei unserer Deka-Volkswirtin Dr. Gabriele Widmann im Interview nach: Warum das so? Und was kann „frau“ für die Zukunft und ihre Rente noch besser machen?

 

Frau Dr. Widmann, die Statistik sagt, Männer sparen lieber als Frauen. Warum ist das so?

Wenn „lieber“ gleichgesetzt werden kann mit „mehr“, dann ist das korrekt. Männer legen in der Tat Monat für Monat mehr Geld beiseite als Frauen. Der Grund dafür ist einfach: Männern steht im Durchschnitt mehr Geld zur Verfügung als Frauen.

 

Geben Frauen mehr Geld aus? Oder warum haben Männer mehr Geld zur Verfügung?

Nein, meine Aussage bezieht sich nicht auf den Betrag, der am Ende des Monats übrig bleibt, sondern auf den insgesamt zur Verfügung stehenden Geldbetrag. Männer haben im Durchschnitt mehr Geld, weil ihre Einkommen höher sind, da sie viel häufiger in Vollzeit arbeiten. Sie erklimmen höhere Karrierestufen und üben tendenziell eher diejenigen Berufe aus, in denen mehr Geld verdient wird. Und: Nicht nur das laufende Einkommen, sondern auch das Finanzvermögen von Männern ist im Durchschnitt höher als das von Frauen.

 

 

Wie wirkt sich das auf die Rente aus?

Zum einen haben Frauen aus den oben genannten Gründen in der Regel niedrigere monatliche Zahlungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung zu erwarten. Auch bei der betrieblichen Altersvorsorge sind die durchschnittlichen Bezüge bei der Rente von Männern im Vergleich zu Frauen viel höher. Zum anderen haben Frauen eine um etliche Jahre höhere Lebenserwartung als Männer, d.h. sie können mehr Zeit im Ruhestand genießen, müssen diesen längeren Zeitraum aber auch finanziell stemmen.

 

Wie kann eine Lösung aussehen?

Für Frauen ist es daher umso wichtiger, dass sie sich frühzeitig Gedanken machen, wie sie zusätzliches privates Vermögen aufbauen. In der aktuellen Niedrigzinsphase ist es allerdings nicht einfach, das Ersparte gewinnbringend anzulegen. Hinzu kommt: Frauen sind im Umgang mit Geld deutlich sicherheitsorientierter. Sie sind sich dessen bewusst, dass ihr Geld knapp ist. Entsprechend wollen sie tunlichst Verluste vermeiden.

 

Niedrigzinsen und Sicherheitsbedürfnis: Wie passt das zusammen?

Schon seit Anfang dieses Jahrzehnts plagen sich die Deutschen mit Zinsen für sichere Anlagen herum, die zum Teil deutlich niedriger sind als die Inflationsrate. Da ist also einerseits das berechtigte Sicherheitsbedürfnis der Frauen bei der Geldanlage, andererseits aber die Tatsache, dass sichere Anlagen nach Abzug der Inflation an Kaufkraft, also an Wert verlieren. Das dürfte noch eine ganze Zeit lang so bleiben. Insofern lohnt es sich zu überlegen, welche Ertragserwartungen die einzelnen Geldanlageklassen mittel- und langfristig haben. Denn je höher die Erträge einer Geldanlage sind, desto weniger muss gespart werden, um ein bestimmtes Vermögen für die Rente anzusparen. Und je höher die erzielte Rendite ist, desto stärker wirkt im Zeitablauf der Zinseszinseffekt.

 

 

Was bedeutet das konkret?

Hier kommen nun die chancen-, zugleich aber auch risikoreicheren Aktienanlagen ins Spiel. Sie haben langfristig deutlich höhere Ertragserwartungen, sind damit aber auch mit viel höheren Wertschwankungen behaftet. Es kann zu zwischenzeitlichen Wertverlusten kommen. Den negativen Effekt dieser Schwankungen kann man allerdings abmildern. Zum einen verliert das Schwankungsrisiko im Zeitverlauf an Bedeutung. Je länger der Geldanlagehorizont ist, desto weniger bedeutsam werden die kurzfristigen Schwankungen und desto wichtiger wird die Frage nach der tendenziellen Entwicklung. Zum anderen kann man die Schwankungen glätten, wenn man seine Anlagen breit über unterschiedliche Einzelwerte streut und regelmäßig spart.

 

Und zum Schluss: Welchen Anlagetipp geben Sie Frauen?

Mein konkreter Tipp für Frauen bei der Geldanlage: Sparen Sie regelmäßig – am besten monatlich – mit Geldanlageprodukten, die breit gestreut sind und einen nennenswerten Aktienanteil haben. Fangen Sie früh an, dann hilft Ihnen der Zinseszinseffekt umso stärker. Das hilft auch der Rente. Und so ganz nebenbei bemerkt: Diese Sparregel gilt natürlich auch für Männer.

 

Quelle: Dekabank

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