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INTERVIEW MIT THOMAS SPITZER: Master of the Uni-Vers #9

eingestellt von Fabian Lutz am 19. September 2018

Am 29. Oktober findet der Master of the Uni-Vers #9 statt. Veranstalter Thomas Spitzer lockt dann wieder tausende Fans ins Audimax der Uni Regensburg. Denn der zwei Mal im Jahr stattfindende Event ist der größte Slam in Bayern und ein Termin, den sich alle Poetry Fans in Regensburg mit rotem Edding im WG-Kalender ankringeln. Der Master ist schnell ausverkauft, die Eintrittskarten sehr begehrt. Großstadt-Atmosphäre, coole Gedanken und witzige Sprüche: Das ist der Mix, mit der man die Fans des gesprochenen Wortes begeistert. Aber wie geht es nach all den schönen und denkwürdigen Abenden in diesem Herbst konkret weiter? Wartet wieder ein lauter Lacher nach dem anderen auf uns? Oder kichern wir uns dieses Mal einen Sixpack an den Bauch? Als Hauptsponsor fragen wir besser mal in Köln bei Comedian und Meisterslammer Thomas nach!

 

 

Thomas Spitzer – (c) Foto Nico Reinhart

 

 

Lieber Thomas, am 29. Oktober ist zum 9. Mal Mastertime in der Stadt und es tauchen immer wieder Gerüchte auf, es wäre auch der Letzte. Was ist da dran?

Sagen wir so: Es ist nicht leicht, so eine Veranstaltung durchzuführen. Da muss alles stimmen. Dazu kommt, dass ich mittlerweile in Köln wohne und die Planung immer aufwändiger wird. Inzwischen muss ich im Vorfeld nicht nur einmal, sondern zwei- oder dreimal nach Regensburg fahren, damit alle Details stimmen. Die letzten beiden Male „Master Of The Uni-Vers“ waren der Hammer, zwei nahezu perfekte Veranstaltungen. Wenn uns die Regensburger Studierenden weiter die Treue halten, ist vieles möglich.

 

Dann hoffen wir mal auf ganz viele Besucher! Ich habe mich schon etwas schlau gemacht und freue mich schon wieder sehrsehrsehr auf den Abend. Das liegt vor allem auch an der abwechslungsreichen Auswahl der Poeten. Wie gehst du da eigentlich im Vorfeld der Planungen an die Buchungen ran? Ist es eher Zufall wer am Ende kommt? Oder gibt es ein Konzept hinter jedem Master of the Uni-Vers?

Der kommende „Master Of The Uni-Vers“ ist die erste Veranstaltung, bei der die Fans am Booking beteiligt waren.

 

Okay, das wusste ich ja gar nicht. Wie geht so was?

Auf unserer Facebook-Seite konnte man sich im November 2017 Acts wünschen. Für den Mai 2018 war das Line-up schon fertig aber im Oktober konnten wir auf die Wünsche eingehen. Patrick Salmen, Lisa Eckhart, Quichotte, Sandra Da Vina und Andy Strauß waren alles explizite Wünsche, die wir tatsächlich erfüllen konnten! Die meisten Teilnehmer – vor allem die aus den Metropolen – sind privat mit mir befreundet. Sonst würden sie wahrscheinlich nicht 10 Stunden Zugfahrt für die paar Minuten Bühnenzeit auf dem Master of the Uni-Vers in Kauf nehmen.

Dann lass uns doch ein wenig über die Headliner sprechen. Patrick Salmen ist für mich eher ein ruhiger Typ, die bessere Hipster-Version von Mario Barth. Sehr sprachbewusst bastelt er gerne Schmunzelgeschichten aus dem Leben und Alltag von Umdie30jährigen. Es geht um Nachwuchs, Spielplatzabenteuer, Racletteabende und „Lieblingsmenschen“. Was gefällt dir an ihm ganz besonders? Glaubst du, dass seine gemütliche Art Geschichten zu erzählen auch vor großem Publikum funktioniert?

Ja. Das glaube ich nicht nur, das weiß ich sogar. Patrick wurde vor über 2000 Zuschauern deutscher Meister im Poetry Slam und hat seinen Titel ein Jahr später vor 5000 Zuschauern fast verteidigt: Er wurde in der O2-World Hamburg Vizemeister. Er ist einer der geistreichsten und erfolgreichsten deutschsprachigen Poetry Slammer aller Zeiten. Ich bin unglaublich stolz darauf, ihn zu kennen und für uns gewonnen zu haben.

Lisa Eckert dagegen ist echt krass. Für mich ist sie eine gezogene Waffe. Ich frage mich, ob es irgendwen im Publikum gibt, der nicht auch ein kleines wenig Angst vor ihr hat. Messerscharfer Zynismus, eine Kunstfigur, eine echte Poetin, die mit ihrer adelig-artifiziellen, mega-ausgeklügelten Attitüde auch mal gerne das Publikum beschimpft. Warum, denkst du, schlagen ihre Pointen wie DumDum Geschosse ein? Ist es ihr genial-infernalischer Mix aus schwarzem Humor und Wiener Schmäh? Oder ihre hohe Kunst hochaktuelle Themen mit zeitlosen Kneifzangenthemen aus der österreichisch-deutschen Geschichte anzupacken? Hält sie uns mit sehr viel Stil einen hässlichen Spiegel vor?

Lisa ist ein spannender Mix aus Pop und Hochkultur. Sie ist so etwas wie die Lady Gaga der Slam-Poesie und – das ist mir auch immer sehr wichtig – privat unglaublich nett. Lisa war im Frühjahr 2017 schon da und kehrt als erste Slammerin überhaupt wieder zu uns zum Master of the Uni-Vers zurück.

Ich persönlich liebe es ja, wenn Künstler nicht nur sehr künstlich, sondern auch sehr lässig sind. Deswegen ist Quichotte für mich die Entdeckung des Master #9. Soweit ich mich erinnern kann, hatten wir so eine coole Socke noch nicht an Bord. Er ist ein extrem guter Freestyler, plappert locker vor sich hin, ist spontan, ein fröhlicher Quatschmacher, den das Publikum sofort in sein Herz schließt. Nach eigenen Aussagen der „David Guetta des kleinen Mannes“, der mit seinem Talent und seinem mitreißenden Charme einfach gute Laune pur verbreitet. Gitarre, Gesang, Rap – was kann der Bursche eigentlich nicht und wo hast du ihn verdammt noch mal für uns entdeckt?

Quichotte und ich haben uns im Sommer 2013 kennengelernt. Er hat damals meinen Smash-Hit „NRW SLAM“ produziert. Wir wohnen in Köln in der gleichen Nachbarschaft, haben beide den Nightwash Talent Award gewonnen und laufen uns öfter über den Weg. Quichotte ist ein begnadeter Freestyle-Rapper und unglaublich sympathisch.

Der Andy Strauss hat einen ganz eigenen Stil, erzählt so irre Geschichten aus seiner Realität. Oft mit einem Furor vorgetragen, crazy Lautmalereien, so ein wenig Dada. Er schreibt seine eigenen kleinen Theaterstücke und Stories, die er dann mit verschiedenen Stimmen laut vorträgt. Andy erinnert mich ein wenig an eine aggressivere Version von Helge Schneider. Was begeistert dich an ihm?

Andy war lange Zeit das „enfant terrible“ unserer Zunft. Er war sowas wie der Kanye West der deutschen Slam-Szene: Als ich 2009 mit Slam anfing, wurde ständig diskutiert: „Wer oder was ist Andy Strauß?“ „Weiß er, was er tut?“ „Ist er ein Genie?“ usw. Er galt als Weiberheld und Internet-Sensation und trotzdem gab es Veranstalter, die ihn nicht einluden, weil sie meinten, das alles habe mit Slam nichts zu tun. Ich liebe seinen Style, habe mir sein YouTube-Video „Frieda“ bestimmt 30mal angeschaut und war sehr froh, ihn bei der zweiten Staffel der „Hazel Brugger und Thomas Spitzer haben eine Show“-Show dabei zu haben. In der Vorbereitungs- und Promozeit war ich zweimal bei Andy bei Rocketbeans TV und es war immer ein Erlebnis. Schaut „Hazel und Thomas lassen die Hose runter“ auf YouTube und überzeugt euch selbst.

 
Das werden wir. Und dann spätestens am 29. Oktober auf dem Master of the Uni-Vers das alles und noch mehr live und in Farbe!
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

 

       

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