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ERKLÄREN IST EINFACH: Was sind eigentlich Kryptowährungen?

eingestellt von Fabian Lutz am 31. Januar 2018

Geheimnisvolle Geldgeschäfte. Große Gewinne. Gewaltige Computerfarmen in Asien und kriminelle Transaktionen im sogenannten Darknet. Kein Zweifel: Die Zutaten aus der Welt der virtuellen Geldes taugen auch für einen spannenden Spionage-Thriller. Was ist dran, an den neuen und alten Kryptowährungen? Die meisten basieren auf der hier bereits vorgestellten Blockchain-Technologie. Jetzt machen wir den Check zu Bitcoin, EthereumRipple & Co und geben einen Überblick zu den letzten Entwicklungen.

 

Die Geschichte des Geldes ist eine Geschichte der Innovationen. Aus Muscheln, Knochen und hübsch behauenen Steinen wurden irgendwann geprägte Münzen aus Gold und Edelmetall. Diese wurden im 18. Jahrhundert vom Papiergeld und später vom elektronischen Zahlungsverkehr abgelöst. Der neueste Trend sind sogenannte „Kryptowährungen“. Es handelt sich dabei um digitales Geld, das, wie der Name schon verrät, nur mit Hilfe von Verschlüsselungstechniken existiert. Aber warum wurden sie überhaupt erfunden und weiterentwickelt?

 

 

Idee von der Unabhängigkeit

 

Die große Idee hinter allen Krypto-Geld ist es, unabhängige, weil sich selbst organisierende und kontrollierende Währungen zu erschaffen. Dazu muss man wissen: Der Handel mit unserem heutigen Geldsystem beruht in erster Linie auf Vertrauen, nicht auf Technik. Die Bürger und Kunden müssen daran glauben, dass Staat und Notenbanken (wie zum Beispiel die Fed oder EZB) den Wert des Geldes stabil halten und die Banken es sicher verwahren. Nur dann ist ihr Geld auch etwas „wert“. Im Gegensatz zu Bargeldzahlungen ist im Online-Banking zudem keine direkte Übertragung zwischen zwei Parteien möglich. „Men in the Middle“ sind immer die Banken, die durch die erfolgreiche und sichere Vermittlung und Aufbewahrung am Geldgeschäft mitverdienen. So auch die Sparkassen, die es seit über 200 Jahren in Deutschland gibt.

 

Blockchain, Mining und Farmen

 

Neue, per ICO (Initial Coin Offering) von Unternehmen auf den Markt geworfene „Coins“ bedienen sich in der Regel der Blockchain. Das ist eine dezentrale Datenbank, mit deren Hilfe das Guthaben aller Teilnehmer verwaltet wird. Dort wird jede Bewegung zwischen den Teilnehmern gebucht, wie in einer großen, sich selbst verwaltenden Exceltabelle. Kryptowährungen sind transparent und schwer zu manipulieren. Aber die limitierte Menge an ausgegebenen Krypto-Münzen muss auch erst geschaffen werden. Wer sich an der Berechnung der Verschlüsselung der Blockchain beteiligt, betreibt das sogenannte „Mining“. Als Belohnung bekommt er meist digitale Münzen der entsprechenden Währung. Für Privatleute lohnt sich das jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen, da die Berechnungen immer komplizierter werden und benötigte Technik und Energie den so erwirtschafteten Gewinn zunichte machen. Deswegen gibt es große Krypto-Farmen, die sich auf das sogenannte „Mining“, das digitale Graben nach Kryptowährungen, spezialisieren. Sie stehen da, wo Energiepreise niedrig und die benötigte Computertechnik einfach zu beschaffen und günstig zu warten sind. Zum Beispiel in der Mongolei.

 

Handel und Aufbewahrung 

 

Der Handel mit Kryptowährungen erfolgt auf speziellen Börsen über das Internet, den sogenannten Plattformen, wie zum Beispiel Coinbase. Ähnlich wie im Aktienhandel können dort angemeldete Nutzer gegen Euro, Dollar oder andere Kryptowährungen verschiedene Währungen gegen echtes Geld kaufen. Zentrale Voraussetzung ist natürlich ein Internetzugang und ein geeignetes Endgerät, zum Beispiel ein modernes Smartphone. Nach dem Kauf werden die Coins im Depot in der Cloud, oder noch besser, mit Einsatz einer Wallet auf dem persönlichen Computer verschlüsselt aufbewahrt. Am sichersten sind sogenannte „Offline-Wallets“, in denen Coins auch ohne eine Internetverbindung aufbewahrt werden können. Das sind im Grunde zu Tresoren weiterentwickelte USB-Sticks, die von Hackern gar nicht erreicht werden können. 

 

Vor- und Nachteile von Coins

 

In der Theorie sind Bitcoin & Co vollkommen anonym, in der Praxis gibt es aber durchaus Möglichkeiten zur Nachverfolgung. Grundsätzlich kann man in der Blockchain des Bitcoin sehen, welcher Nutzer wie viel hat – aber wer sich dahinter wirklich verbirgt, weiß man nicht. Zahlungen sind direkt, ohne zwischengeschaltete Korrespondenzbank, zwischen zwei Nutzern möglich – und das weltweit. Die Transaktionsdauer ist von Währung zu Währung unterschiedlich. Je nach Anwendungszweck ist das gefühlt dann eher schnell oder langsam. Ein weiterer Vorteil liegt in der Begrenztheit der Münzen, dem sogenannten Goldfaktor. Es gibt keine Notenbank, die die Geldmenge wie bei Euro und Dollar vergrößern oder verkleinern kann. Das wollte der anonyme und mysteriöse Erfinder des Bitcoins so,  der sich hinter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto verbirgt.

Ein Nachteil liegt in der Akzeptanz. Es gibt mittlerweile wohl tausende Kryptowährungen und fast täglich kommen neue hinzu. Selbst Venezuela möchte seine gerade galloppierende Inflation damit in den Griff bekommen. Aber die Bezahlmöglichkeiten außerhalb der zwielichtigen Bereiche des Internets sind nach wie vor recht überschaubar. Offline, also in Geschäften vor Ort, geht im Grunde noch gar nichts. Dennoch: Wer vor ein paar Jahren das Risiko nicht scheute und etwas Geld in bestimmte Münzen investierte, konnte mit ein paar tausend Euro Einsatz tatsächlich zum Bitcoin-Millionär werden. Denn die Kurse kannten lange nur eine Richtung, nämlich nach oben. Das fasziniert inzwischen nicht nur normale Menschen sondern auch die Wall Street

 

Wie sicher ist das neue Geld?

 

Wie andere Währungen unterliegt auch Krypto-Geld den Schwankungen des Wechselkurses. Die Bewegungen können sehr heftig und volatil ausfallen, die Ausschläge nach oben und unten sind je nach Währung immens. Niemand kann mit Sicherheit sagen, wie sich die Kurse in Zukunft entwickeln. Wer also mit dem Gedanken spielt, sein Erspartes in eine Kryptowährung zu investieren, der sollte gewarnt sein! Bei allen Chancen droht immer auch ein Totalverlust, sogar über Nacht. Das Geschäft mit den Kryptowährungen ist reine Spekulation. Entsprechend verrückt sind die Geschichten, die sich in den letzten Monaten um das Geschäft mit den neuen Währungen ranken. Laszlo Hanyec, ein Programmierer aus Florida, hat bei der ersten Transaktion, bei der reale Ware mit Bitcoin bezahlt wurde, 10.000 Bitcoin für zwei Pizzas ausgegeben. Mitte Dezember 2017 hatte das einen irrwitzigen Gegenwert von über 150 Millionen Euro ergeben. Ein wahrlich teures Abendessen! Der Brite James Howells warf eine Festplatte mit 7500 Bitcoins in den Müll, als der Kurs sehr tief stand. Jetzt möchte er eine alte Müllkippe in seiner Heimatstadt umgraben, um seinen vermeintlichen Schatz wiederzufinden. In Berlin wurden die Mitglieder einer einfache Studenten-WG zu begehrten Mehrfachmillionären.

Eines ist auch klar: Je heißer die Gerüchteküche kocht und je mehr Normalbürger mit kleinem Geld auf den Zug aufspringen, um so wachsamer wird die Politik. Die bisherige Wildwest-Freiheit der Kryptowährungen unterliegt verstärkt politischen Risiken. Südkorea hat angekündigt, alle Arten von Blockchain-Finanzierungsmethoden zu verbieten. In China will man das Mining einschränken, indem die Energiezufuhr für die Computer gedrosselt werden soll. Das lässt die Kurse sicher nicht unbeeindruckt. 

 

Die Entwicklungen bleiben auf alle Fälle spannend. Egal ob man selbst mit eigenem Einsatz mitmischt – oder das Ganze ohne Risiko nur von außen und aus sicherer Entfernung beobachtet.   

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