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INTERVIEW ZUM 35. PLANSPIEL BÖRSE MIT PATRICK HEYDE: „Learning by doing“

eingestellt von Fabian Lutz am 25. Januar 2018

Zocker zahlen. Könner kalkulieren: Auch beim 35. Planspiel Börse der Sparkassen Finanzgruppe waren Nachwuchsbroker aus der Stadt und dem Landkreis Regensburg erfolgreich – nicht nur auf regionaler Ebene, sondern auch bayernweit. Insgesamt haben rund 770 Schülerinnen und Schüler in 187 Spielgruppen aus dem Geschäftsgebiet der Sparkasse Regensburg am Börsenspiel teilgenommen. Ziel dabei war, 50.000 Euro Startkapital gewinnbringend zu vermehren. Bewertet wurden der Depotwert und die Nachhaltigkeit der Anlagen. Morgen findet in unserer Zentrale in der Lilienthalstrasse die Siegerehrung für die besten Teams statt. Wir haben aber heute schon mit unserem Portfolio Manager Patrick Heyde gesprochen, der die Marktentwicklung im Spielzeitraum im Blick hatte und die Siegerstrategien ausgewertet hat.

 

Lieber Patrick, wenn ich mir den Dax im Verlauf des 35. Börsenspiels so anschaue, war es dieses Mal durchaus eine Berg- und Talfahrt für die jungen Börsianern, oder?

Auf jeden Fall. Wir hatten gemessen am deutschen Aktienmarkt DAX eine maximale Gewinnchance von 7%. Hierzu hätten die Börsianer am Hochpunkt aussteigen müssen. Mit Beginn des Börsenspiels stieg der DAX von 12.630 bis auf 13.525 Punkten. Dieser Hochpunkt wurde Anfang November erreicht. Anschließend setzte eine „Talfahrt“ bis auf 12.847 Punkten ein. Im weiteren Verlauf kam es zu einer Seitwärtsbewegung mit leichter Tendenz nach oben. Zum Ende des Börsenspiels lag der DAX wieder bei 13.125 Punkten.

 

 

 

Am Ende waren es ca. 3,4 % Gewinn über den Index hinweg. Nicht schlecht, aber auch nicht wirklich berauschend. Der Dow hat im Vergleich etwa 12% gut gemacht. Spiegelt sich dieser Trend auch in den Gewinnerportfolios wieder?

Ja, absolut. Bei meiner Analyse der Gewinnerportfolios hat sich der Trend zu amerikanischen Aktien klar bestätigt. US-Unternehmen  wie Amazon, Alphabet (=Suchmaschine Google) oder Intel waren in den Portfolios häufig vertreten und trugen entscheidend zum Gesamterfolg bei.

 

Gab es im Verlauf des Spiels wichtige Marken, die über Erfolg oder Misserfolg entscheidend mitentschieden haben?

Durchaus. Am 26. bzw. 27. Oktober lieferten Amazon und Intel Ihre Zahlen  für das zurückliegende  dritte Quartal. In beiden Fällen überraschten die Unternehmen mit hervorragenden Wachstums- und Umsatzzahlen, die über den Erwartungen der Analysten lagen. Dadurch wurde ein Kursanstieg von bis zu 23 % bei Amazon und 13% bei Intel ausgelöst. Aber auch die Deutsche Lufthansa Aktie mit Ihrer Übernahme der Air Berlin am 12. Oktober löste ein Kursfeuerwerk von 18% aus. Wer auf diese Aktien gesetzt hatte, war natürlich gut beraten. Natürlich gab es auch negative Meldungen. Anfang November wurde öffentlich eine Verschiebung der US-Steuerreform diskutiert. Diese Meldung hatte allgemein für Verunsicherung am Aktienmarkt gesorgt.

 

In Deutschland haben dieses Mal 26.831 Schülerteams mitgemacht. 187 Temas davon, kommen aus Regensburg. Ohne Namen vor der Preisverleihung zu nennen: Können wir stolz auf unsere Jungs und Mädels sein?

Aber sicher doch. Wie heißt es so schön: „Learning by doing“: Der simulierte Wertpapierhandel vertieft auf spielerische Art, wirtschaftliche Grundkenntnisse und vermittelt Börsenwissen. Außerdem fördert der zehnwöchige Wettbewerb neben dem Teamwork auch den Blick über den Tellerrand. Ich bin sehr stolz, dass auch in Regensburg wieder so eine große Teilnehmerzahl mitgemacht und sich bewiesen hat.

 

Ganz generell: Was wäre im Rückblick die beste Strategie gewesen. Streuen? Klumpen? Viel Handeln? Oder einmal halten und dann schlafen gehen, wie der berühmte Spekulant Endre Kosztolányi einmal meinte?

Wenn ich mir die Siegerteams ansehe so fällt auf, dass alle eben genannten Strategien vertreten waren. Es gab die Day-Trader, die nahezu täglich gehandelt haben, genau so wie die einmaligen Aktienkäufer, die sich die Entwicklung entspannt angesehen haben, ohne weiter einzugreifen. Das erlebe ich in der Praxis übrigens auch, dass es nicht den einen Anleger gibt. Es gibt verschiedene Typen und das ist auch gut so. Aus der theoretischen Blickrichtung hatten die Sieger zum Teil hohe Klumpenrisiken in Ihren Depots aufgebaut. Dementsprechend profitierten die Teams dann, wenn Sie auf das richtige Pferd gesetzt hatten.

 

 

Nach meinen Informationen gibt es Teams, die aus 50.000 Euro Startkapital in den sechs Wochen über 6000 € herausgeholt haben.  Das ist beachtlich. Andere haben mehr als 7000 verloren. Welche Lehre  sollten die jungen Händler aus solchen Unterschieden ziehen?

Ich denke es muss sich niemand von einem Ergebnis unterhalb der 50.000 EUR Startkapital entmutigen lassen. Im Gegenteil: Wer in Aktien investieren möchte, braucht einen längeren Anlagehorizont als das Planspiel Börse vorgibt, außerdem sollte der Anlagebetrag in verschiedene Aktien oder Fonds investiert werden. Entscheidend und sicherlich am schwierigsten ist die richtige Zusammenstellung der Aktien. Neben allem Fachwissen für das Thema Aktien und Wirtschaft, kann eine Portion Glück sicherlich auch nicht schaden.

 

Auch nachhaltige Investments sind immer ein großes Thema beim Planspiel Börse. Wie schneiden die Regensburger Spielgruppen dabei ab? Was bewegt die Kids mehr: Das reine Zocken oder ein Spiel mit Verantwortung?

Der Sieger in Regensburg in der Kategorie Nachhaltigkeit hat auch bayern- und bundesweit ein hervorragende Platzierung erreicht. Wirklich eine tolle Leistung. Im Ergebnis werden nur Aktien gewertet, die auch als nachhaltiges Investment eingestuft werden, also soziale, ökologische und ökonomische Faktoren in Einklang bringen. Die Siegergruppen haben vielseitig investiert. Der Fokus lag also nicht ausschließlich auf nachhaltigen Investments.

 

Kann man als gestandener Börsenprofi sich auch noch etwas von den jungen Cracks abschauen? Hat dich persönlich etwas mit Blick auf die Zahlen überrascht – oder hast du in deiner Zeit als Profi im Grunde schon alles gesehen?

Die Kapitalmärkte und damit die Börse sind ständig in Bewegung. Das macht meinen Beruf ja auch so spannend und abwechslungsreich. Überraschungen sind also keine Seltenheit.  Von den jungen Börsenprofis habe ich diesmal gelernt, dass die amerikanischen Technologieunternehmen weiterhin voll im Trend liegen und an der Aktienanlage kein Weg vorbeiführt. Zum Schluss noch eine kleiner Appell von mir: Wer sich als junger Mensch  –abgesehen vom Erwerbsleben oder durch Erbschaft-  ein Vermögen langfristig aufbauen möchte, kann oder besser sollte einen Teil seiner Anlagegelder in Aktien investieren. Zum Beispiel durch monatliches Sparen in einen guten und ausgewogenen Aktienfonds.

 

 

 

Das Planspiel Börse gibt es ja schon 35 Jahre. Hast du als Jugendlicher auch mal selbst mitgespielt?

Aber sicher doch. Vor allem die Diskussionen mit meinen Mitschülern habe ich als sehr lebendig in Erinnerung. Wir stellten uns immer die Frage, welche Aktien die besten Erfolgsaussichten haben würden. Ich hatte damals einen Lehrer, der ein sehr begeisterter Aktienkäufer war. Im Rückblick glaube ich, dass mich seine Begeisterung für das Thema ein wenig angesteckt hat.

 

Vielen Dank Patrick, wir sehen uns!

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