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Interview mit Tobias Maier zu Heimat Homegrown: „Dabei sein ist alles!“

Im Jahr 2015 begann mit einem Live-Konzert in der Musikkneipe „Heimat“ ein besonderes Projekt: Heimat Homegrown by Sparkasse Regensburg. Der Plan war es, zusammen mit dem Betreiber Tobias Maier junge Nachwuchsbands aus der Region zu unterstützen und die Musikszene der Stadt zu beleben. Eineinhalb Jahre und viele Konzerte und Videos später, geht die erfolgreiche Reihe in die nächste Runde. Wir wollen ein Zwischenfazit ziehen und treffen uns mit Tobias in seiner geliebten Heimat, am Römling 9, gleich neben dem Haidplatz.

 

Lieber Tobias, wir wollten der Regensburger Musikszene mehr Leben einhauchen. Hand aufs Herz: Ist uns das gelungen? Hat sich seitdem aus deiner Sicht etwas in der Stadt und für die Bands verändert?

Ich würde sagen, wir haben auf jeden Fall einen kleinen, aber feinen Mosaikstein ins Gesamtgefüge der jungen Musikszene dazu gesetzt. Auch zusammen mit den 8TrackSessions sind da einige sehenswerte Videos entstanden. Gab ja auch beim „Showcase 63“ tolles Feedback und auch sehr positive Berichterstattung. Sogar das Fernsehen war da. Ich persönlich lasse die homegrown playlist auch immer wieder mal laufen und höre oder schaue mir das an. Bin schon ein bisserl stolz über das, was da geschaffen wurde.

 

Für mich gab es zwei absolute Konzerthighlights: der erste Testauftritt mit The New Colossus und einer der letzten Acts, der Gig mit den Hippè Herrèn. Der Gig mit The New Colossus war unheimlich intensiv und neu, trotz der relativ wenigen Zuschauer. Leider haben wir für diese großartige Band das schlechteste Material produziert. Die Hippè Herrèn dagegen, da war diese entspannte Fröhlichkeit, alles locker, alles easy die Hütte war voll und am Ende hatten wir genau das Live-Video, das wir immer haben wollten. Wenn du jetzt zurückschaust, gibt es irgendetwas, an das du besonders gerne zurückdenkst?

Ja, das erste Mal ist immer aufregend! Aber du hast schon Recht. Kein Meister fällt vom Himmel und bei den Videos ist schon eine gewisse Lernkurve zu beobachten im Nachhinein. Mehr Licht, bessere Kamerawinkel, knackigere Schnitte, mehr Details bei den Tonaufnahmen. Die späteren Videos sind schon richtig gut geworden. Bei Littarist oder Aber Hallo kommt auch die intime Live-Atmosphäre, die wir in der Heimat bei Konzerten haben, gut rüber. Da ist man als Zuschauer halt auch hautnah dran. Fast genauso intim wie im eigenen Wohnzimmer, aber mit mehr Licht, und besserem Sound!

Gab es für dich denn ein Lieblingskonzert?

Für mich waren alle Auftritte mit ihrem eigenen Charakter was Besonderes. Gerade auch die dargestellte Vielfalt ist ja auch an sich was Tolles. Für mich persönlich hat „Strom“ von Cato Janko ne ganz besondere Bedeutung. Das hast du damals zufällig genau am Tag meiner Herz-OP veröffentlicht, mehr oder weniger sogar zeitgleich. Die Textzeile aus dem Refrain „Hey sag mir: Wie wird mein Herz denn repariert?“ hat da eine ganz eigene Bedeutung.

 

Das wusste ich gar nicht mit dem crazy Timing. Das war damals ein echter Schock für uns alle. Ein Glück, dass alles gut überstanden ist… Es geht immer weiter und wir freuen uns sehr, wieder euer Hauptsponsor sein zu dürfen. Was für Pläne hast du? Wie viel Konzerte wird es 2017 geben?

Ja, ich freue mich auch wirklich sehr darüber, dass es weiter geht. Wäre zu schade gewesen, den Schwung und das ganze Know-How ungenutzt zu lassen. Die Anzahl und die Termine stehen noch nicht fest. Wir versuchen, das so hinzukriegen, dass der zur Verfügung stehende Etat für möglichst viele Gigs reicht. Ich denke, ich werde auf jeden Fall The New Colossus fragen, ob sie nochmal Lust haben. Schließlich waren die tatsächlich nur Testkarnickel. Ein paar andere hab ich auch schon eingeplant, aber ich will noch nicht zu viel verraten. Der Nachfrage ist – wie beim letzten Mal auch – ziemlich groß.

 

Wird es neben der Heimat Homegrown Reihe noch andere spannende Heimat-Aktionen geben? Mit der Hymne 2.0 hast du ja letztes Jahr für ordentlich Wind gesorgt. Geht es da noch weiter? Oder konzentriert ihr euch auf andere Themen, wie zum Beispiel das Regensburger Bürgerfest?

Ich glaube, das mit der Hymne hat seinen Zweck, Alternativen zu bieten voll erfüllt. Das reicht dann auch. Für  solche Aktionen sind wir natürlich immer gut. Das Bürgerfest wird auch wieder eine Heimat-Bühne haben,  diesmal richtig schön am Kassiansplatz. Und auch diesmal werden wir nicht das übliche Bürgerfest-Mainstream-Cover-Programm fahren, sondern jungen kreativen Bands eine Plattform bieten. Die meisten hat man auch schon in der Heimat auf Konzerten sehen können, aber gibt natürlich auch was Neues. Los geht’s  etwa am 23.5. mit nem „By-On“-Showcase. Das würde ich auf keinen Fall verpassen wollen. Mehr Infos gibt’s dazu auf unserer Facebook Veranstaltung zum Bürgerfest.

 

 

Also, alle mal schnell auf Facebook und Heimat liken! Wie teilt ihr euch eigentlich im Heimat-Team die ganze Arbeit auf. Als Nebenjob ist das auf diesem Niveau eigentlich nicht mehr machbar. Auch wenn du bekanntermaßen nur wenig Schlaf brauchst.

Natürlich haben wir neben der Homegrown-Reihe auch noch unsere professionellen Bookings, für die Andy zuständig ist. Dadurch, dass er in Berlin direkt am Puls der Musikszene ist, kann er da natürlich schon feine Acts nach Regensburg holen. Das letzte Konzert „Von Wegen Lisbeth“ war ja zum Zeitpunkt des Bookings eigentlich für die Heimat geplant, musste dann aber in mit über 1000 Leuten ausverkaufte Mischwerk verlegt werden. Das macht dann natürlich schon Spaß. Wir sind halt auch einfach so eine Art Filter für gute Musik und die Leute gehen dann auch mit einer bestimmten Erwartungshaltung zu unseren Konzerten in die Heimat.

 

Ja, ich war da. Das war der Hammer. Deine Botschaft an alle, die noch nie bei einem Heimat Homegrown by Sparkasse Regensburg Konzert waren? 

In einer Welt des digital wiederholbaren Medienkonsums wird das direkte unmittelbare Erleben zunehmend wertvoller. Dabei sein ist alles!

 

So ist es! Ich freu mich schon, dass es bald wieder los geht. Und noch ein kleiner Hinweis in eigener Sache und weil sich der Kreis so schön schließt: Die Hippè Herrèn sind dieses Jahr ein wichtiger Bestandteil unseres Sparklasse 2017 Wettbewerbs. Wer also Musik aus der Heimat mag und dieses Jahr seinen Schulabschluss macht, sollte da unbedingt vorbeischauen und mitmachen!  

(c) Fotografie Rainer Fleischmann

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