MASTER OF THE UNI-VERS 2017: „Die Zukunft des Slam ist da!“

von Fabian Lutz am in Inspirieren ist einfachKommentieren

Dieses Jahr geben wir richtig Zucker! Die Sparkasse Regensburg sponsert nicht nur einen Master of the Uni-Vers, sondern gleich zwei, jeweils einmal im Frühjahr und im Herbst 2017. Am 15. Mai geht das Poetry-Spektakel in die erste Runde. Auf Einladung von Veranstalter Thomas Spitzer werden sich wieder tausende Fans im Audimax an der Uni Regensburg versammeln. Es ist der wahrscheinlich größte Slam in Bayern und ein Termin, die sich in den letzten Jahren zu einem starken Publikumsmagneten entwickelt hat. Kein Wunder. Tolle Atmosphäre, kluge Gedanken und freche Sprüche: das sind die perfekten Zutaten für einen Live-Wort-Cocktail, der einfach Laune macht. Wir fragen bei Thomas nach, auf was wir uns sonst noch so freuen dürfen!       

 

Lieber Thomas, in Vorbereitung auf dieses Gespräch habe ich mal wieder auf deine Webseite geschaut. Dein Terminkalender ist ja krass ausgebucht und reicht bis 2018. Was ist denn da passiert? 

Im Sommer 2016 habe ich beschlossen, mit Slam aufzuhören. Ich stand kurz vor der Veröffentlichung meines neuen Buchs „Goethe, Schiller, Chinakohl – Als Humorbotschafter im Land des Lächelns“ bei Bastei Lübbe und wollte einen nächsten Schritt gehen. Immerhin trete ich seit 2009 bei Slams auf, teilweise 200 Mal im Jahr, da wird man des Slams ein bisschen müde, man hat irgendwie alles gesehen und muss aufpassen, sich nicht permanent zu unterfordern. Im November 2016 habe ich dann den NightWash Talent Award gewonnen, der im Rahmen des Köln Comedy Festivals stattfindet. Seitdem bin ich mit NightWash in NRW auf Tour, habe mit SALON Kultur eine Agentur in Hamburg und arbeite an meinem Solo-Programm, das im Herbst 2017 Premiere feiern soll.

Du lebst ja inzwischen auch in Köln. Die haben zwar auch einen Dom, aber das ist schon eine ganz andere Nummer. Welche Unterschiede fallen einem als Ex-Regensburger auf? Vermisst du dein altes Leben in der beschaulichen Oberpfalz-Metropole auch ein wenig?

Ich vermisse vor allem meine Freunde, meine „goons“, mit denen ich in Regensburg immer abgehangen bin. Ansonsten überwiegt im Moment ehrlich gesagt die Freude über die neuen Möglichkeiten in Köln. Gestern hat zum Beispiel das Lumpenpack im Senftöpfchen gespielt. Mein guter Freund Tino Bomelino war „Vorband“ und hat mich auf die Gästeliste gesetzt. Im Publikum saß ich neben der Agentin von Torsten Sträter und Josef Hader – zwei meiner absoluten Lieblingskünstler. Danach kamen noch Hazel Brugger und ein Autor von „Luke, die Woche und ich“ und wir sind alle zusammen feiern gegangen. Es war einfach ein richtig nicer Abend. Vor allem, weil sich alles spontan entwickelt hat. So etwas würde einem in Regensburg nicht passieren. In Köln sind die Wege – wie in Regensburg – auch sehr kurz. (Zu meinem 1LIVE-Interview letzte Woche bin ich zum Beispiel einfach gelaufen. Das war keine 1000 Meter von meiner Haustüre entfernt.) Und die Kölner sind ähnlich lebenslustig und feierwütig wie die Regensburger. (Katholiken halt.) Aber natürlich hat das in Köln alles ein anderes Niveau, weil Köln im gesamten deutschsprachigen Raum DIE Entertainment-Stadt schlechthin ist. Mit dem Neo Magazin Royale, der Heute-Show, Brainpool, Nightwash, 1LIVE, dem WDR, der Lanxess-Arena usw. usf.

 

Der Verstand sagt „Ja“ und das Herz ganz leise „Aua“?  

Ich sag immer: Kenne Regensburg, kenne es gut. Lerne es zu schätzen. Aber kenne auch seine Grenzen. Regensburg war für eine ganz bestimmte Zeit perfekt für mich. Ich bin als Kind ja schon viel rumgereist und Regensburg war halt eine erste richtige Heimat. In Regensburg bin ich zum Pfleger, zum Mathematiker und letztlich auch zum Künstler geworden. Ich werde – so kitschig das klingt – immer ein Stück Regensburg im Herzen mit mir tragen. Aber es ist halt doch auch sehr betulich, bayerisch und provinziell. Wenn ich jetzt nach Regensburg zurückkomme, habe ich gemischte Gefühle: Einerseits finde ich es schön, meine Freunde wieder zu sehen. Andererseits frage ich mich: Was hast du hier eigentlich gemacht? Und vor allem: Acht Jahre lang?! Es kommt mir dann alles sehr sinnlos vor. Und dann werde ich sentimental. Das letzte Mal in Regensburg sind mir da in der Fußgängerzone auf einmal einfach die Tränen gekommen. Da dachte ich mir: Was ist das denn jetzt? Sind das etwa … Gefühle? Was soll das?

 

Apropos Gefühle. Wir kennen uns ja jetzt schon ein ganzes Weilchen und ich finde es faszinierend, wie du dich in dieser Zeit verändert hast. Ich kann mich noch erinnern, als du mit uns zusammen ganz relaxed diese kleine aber feine Poetry-Reihe im W1 gemacht hast. Inzwischen hast du zwei Bücher geschrieben, veranstaltest Poetry-Events, trittst selber auf, bist auf Reisen und kickst nebenbei riesengroße Spendenaktionen über Facebook los. Woher nimmst du die Energie, die man bei dir fast körperlich spüren kann, wenn man neben dir steht? Du wirst ja auch nicht jünger. Angeboren? Oder hast du einen Fitness-Coach?

Haha. Die Lesereihe im W1 war echt cool. Und sehr schön, dass uns die Sparkasse Regensburg da unterstützt hat. Ich kann mich noch erinnern, wie ich da in eure Zentrale geschlurft bin: Direkt von einer Tour und mit drei Jute-Beuteln mit alter Wäsche drin. Aber die Sparkassen-MitarbeiterInnen waren alle sehr freundlich und haben mich ernst genommen. Es war insgesamt sehr unkompliziert. So nach dem Motto: „Könnt ihr mir Geld geben?“ „Ja, warum nicht. Wie ist deine Bankverbindung?“

Zur Frage: Ich weiß nicht … Mir wird einfach schnell langweilig. Dann schreibe ich halt eine Internet-Sendung wie „Bücher in Autos“ oder starte eine Spenden-Aktion. Ich muss mir auch privat immer irgendwelche Ziele setzen, um mich bei Laune zu halten. 2016 habe ich zum Beispiel ein paar Monate lang zuckerfrei gelebt. 2017 habe ich mir vorgenommen, jede Woche ein Buch zu lesen. Künstlerisch ist es gerade sehr spannend, weil viele meiner Slam-KollegInnen als die neuen Shooting Stars der Comedy-Szene gefeiert werden. Da pusht man sich dann automatisch gegenseitig. So nach dem Motto: „Du hast gestern in Wermelskirchen vor 100 Zuschauern gespielt? Dann spiel ich dort nächstes Jahr vor 102!“

 

Ist es eigentlich ein Unterschied für dich, als Autor auf Lesungen aufzutreten? Trennst du zwischen dem Autor Spitzer und dem Performer Spitzer? Oder sind die Übergänge eher fließend?               

Der Haupt-Unterschied ist, dass die Leute bei einer Lesung erwarten, dass man liest. Ansonsten sind die Übergänge fließend.

Nicht nur du, sondern auch die Szene hat sich sicher verändert. Wo geht es aus deiner Sicht hin, mit dem Poetry-Slam? Hat er die Power sich immer weiterzuentwickeln oder wird der Hype auch wieder abflachen? Und welche Rolle spielen die Künstler und die Lage in Politik und Gesellschaft dabei? 

Als ich mit Slam angefangen habe, wurden gerade zwei TV-Formate mit Slam abgesetzt: Der Poetry Slam im WDR und die „Slam-Tour mit Kuttner“ auf SAT.1. Damals hieß es: Slam ist tot. Slam ist auf dem absteigenden Ast. Das will keiner mehr sehen. Und jetzt überleg mal, was seitdem alles passiert ist, wer alles groß geworden ist: Marc-Uwe Kling, Julia Engelmann, Felix Lobrecht. Nora Gomringer gewinnt den Ingeborg-Bachmann-Preis, Torsten Sträter bekommt eine eigene Fernseh-Sendung, Michel Abdollahi gewinnt den deutschen Fernsehpreis, Hazel Brugger ist Gast bei Böhmermann. Inzwischen gibt es TV-Formate – wie Pufpaffs Happy Hour auf 3.Sat oder der NDR Comedy Contest -, wo das quasi zum Format der Sendung dazu gehört, dass ein Poetry Slammer dabei ist. Den NightWash Talent Award – einen der wichtigsten Auszeichnungen im Nachwuchsbereich – haben in den letzten fünf Jahren vier Poetry Slammer gewonnen: Quichotte, Jan-Philipp Zymny, Tino Bomelino und ich. Was habe ich mir früher den Mund fusselig geredet über „die Zukunft des Slam“ und darüber, wo das alles hinführen könnte! Und jetzt sieht man es: Die Zukunft des Slam ist da.

 

Hat das vielleicht nicht nur mit den genannten Akteuren, sondern auch auch mit den Inhalten und Umständen zu tun? Bei unserem letzten Interview hast du noch über einen langweiligen US-Wahlkampf gesprochen. Jetzt ist Trump an der Macht und Europa auf der Kippe. Profitiert der Slam auch von gesellschaftlicher Unruhe? Für Comedy, siehe Jan Böhmermann und Saturday Night Live, scheint das ja zu zutreffen…   

Puh. Du stellst Fragen! Ganz kurz würde ich beide Fragen mit einem klaren „Nein“ beantworten. Für die lange Antwort muss ich etwas weiter ausholen, wobei ich betonen möchte, dass es sich hierbei um meine persönlichen, temporären Eindrücke handelt, dass sich meine Ansichten sowohl ändern können als auch subjektiv sind.

 

Leg mal los. Dafür ist unser Blog doch da.  

Ich habe allgemein den Eindruck, dass Comedians – gerade U.S.-amerikanische Comedians aus dem Dunstkreis von SNL oder auch Louis C.K. und Zach Galifianakis – die neuen Punks sind. Und zwar gerade weil viele von ihnen Social Media kritisch gegenüber stehen. Louis ist nicht bei Facebook oder Instagram. Und wenn man Seth McFarlane, Seth Rogen oder Zach Galifianakis auf Twitter folgt, bekommt man weniger Gags, sondern mehr Infos über Monsanto, Protest-Bewegungen und Unterdrückungsmechanismen. Heute gehört es zum guten Ton, Jimmy Fallon, Tina Fey oder Seinfeld zu kennen. So wie es früher vielleicht zum guten Ton gehört hat, die Ramones zu hören oder die Sex Pistols oder so. Das hat aber mit dem Rechtspopulismus erst mal nichts zu tun.

 

Du wirst lachen. Ich war als 17jähriger ein großer Ramonesfan und sogar noch auf einem ihrer letzten Konzerte in der Neumarkter Jura-Halle. Ich hatte nen Hörschaden danach. Das war eine extreme Erfahrung und ja, es war auch sehr cool. 

Ich sehe Extremismus nicht als zentralen Kern der gesellschaftlichen Unruhe, sondern eher als ein weiteres Symptom. Das neoliberale Credo „Jeder ist seines Glückes Schmied“ (und wer nicht reich und gebildet und gesund und hübsch ist, hat sich eben einfach nicht doll genug angestrengt) führt eben auch dazu, dass „die Abgehängten“ Zuflucht suchen bei extremen Bewegungen, extremen Parteien oder extremen religiösen Strömungen. Und es führt auch dazu, dass die „Gewinner“ das nicht verstehen können … Weil sie nie in der Situation waren, dass sie von – sagen wir – tausend Euro brutto im Monat allein drei Kinder ernähren mussten. Rechtspopulismus ist letztlich – wie Umweltverschmutzung oder ein immer schlechter werdendes Bildungs- und Gesundheitssystem – ein Auswuchs des Kapitalismus. Aber die Krankheit ist und bleibt der Kapitalismus, die Ausbeutung … Und die gab es auch schon vor zwanzig Jahren. Mit Trump und dem Brexit hat sich ja nur für uns die Lage verschlechtert … Jetzt hat quasi auch der letzte Depp gemerkt: Oha, irgendwas stimmt da nicht … Aber für die Kinder in Bangladesch oder die Minenarbeiter in Kolumbien oder den Umweltforscher am Nordpol war das auch schon vorher klar. Die haben Trump nicht gebraucht, um zu kapieren, dass die Menschheit vor großen geopolitischen Herausforderungen steht, wenn nicht sogar hoffnungslos verloren ist.

 

Aber kann und muss ein bekannter Slammer oder Comedian seine Berühmtheit heute nicht auch als Meinungsmacher und Mahner nutzen?

Ich denke, dass man die Rolle der Person der Öffentlichkeit als „Denker“ und „Mahner“ nicht überschätzen darf. Und zwar aus zwei Gründen: Erstens. Sind Personen der Öffentlichkeit privilegiert (und deshalb keine geeigneten Sprachrohre für politische Missstände). Und zweitens. Werden ihre Äußerungen oberflächlich konsumiert. Natürlich kann man sich für einen Satz wie „Nazis sind blöd“ oder „Nächstenliebe ist toll“ im Internet schnell mal abfeiern lassen … aber wem ist damit geholfen? Brauchen wir wirklich noch einen Witz darüber, dass Trump eine lustige Frisur hat? Sind Witze über Trump nicht im besten Fall belanglos, im schlimmsten sogar Werbung für Trump?

Viele Leute wollen – oder können – nicht um die Ecke denken und das macht einen öffentlichen Diskurs, bei dem ALLE mitreden können eigentlich unmöglich. Selbst der gute Bernie Sanders musste das lernen. Er stieß mit einer Bemerkung darüber, dass er auch weibliche Bankerinnen nicht besonders möge auf Unverständnis, weil die Leute im Kopf hatten „Frau = gut“, „Banker = schlecht“ und dadurch schon nicht in der Lage waren, den Begriff „Frau + Banker“ zu bewerten.

 

Bevor ich bei der Sparkasse gearbeitet habe, hatte ich auch ein anderes Bild vom „Banker“. Heute weiß ich, dass das Klischee zwar lebt, aber oft wenig mit der Realität zu tun hat. Es gibt, wie in allen Berufszweigen, die gesamte moralische und intellektuelle Bandbreite.  

Früher war ich da übrigens sehr viel idealistischer. Mit Anfang zwanzig dachte ich, dass es möglich sei, die Leute wirklich „zum Nachdenken“ anzuregen. Dann kamen etliche Momente der Enttäuschung und Desillusionierung … Und inzwischen mache ich mir da keine Hoffnungen mehr, bin aber doch immer wieder überrascht, wenn etwas Geistreiches zurückkommt … Ich bin – wenn man so will – altersmilde geworden.

 

Wir freuen uns jedenfalls mehr als nur milde, dass wir dieses Jahr gleich zwei deiner großen Master-Of-The-Uni-Vers-Veranstaltungen in Regensburg sponsern dürfen. Die Slams sind aus meiner Sicht ein absolutes Highlight in der jungen Kulturszene  der Stadt und jeder der einmal dort war, kommt immer wieder. Wirst du an dem Erfolgskonzept festhalten oder planst du auch mal was Neues für die Shows ein?

Ich bin immer noch auf der Suche nach der perfekten Form. Erst ist die Veranstaltung immer teurer geworden und ich musste mit dem Preis immer weiter hoch gehen, was vom fünften zum sechsten Mal zum Glück nicht mehr so sein wird – zum ersten Mal wird es keine Preissteigerung geben! Dann war mir die Veranstaltung zu lang und die Moderation zu schlecht. Also bin ich von acht KünstlerInnen auf sechs runter und habe mit Hazel Brugger eine Killer-Moderatorin dazu geholt, die seitdem sogar noch mit dem deutschen Kleinkunstpreis, dem bayerischen Kabarettpreis und dem Salzburger Stier ausgezeichnet wurde. Für die Zukunft habe ich noch ein paar Ideen. Zum Beispiel könnte man mal eine Ausgabe machen mit einem rein weiblichen Line-Up – ohne das aber zu kommentieren. Also nicht so „Hier kommt der Frauen-Slam“ und dann sind die Plakate rosa oder so, sondern einfach nur eine ganz normale weitere Ausgabe veranstalten, wo rein „zufällig“ alle TeilnehmerInnen weiblich sind. Das fände ich cool. Dann hatte ich mal die Überlegung, im Rahmen des Master Of The Uni-Vers einen Kulturpreis zu verleihen. „Die goldene Kacke“ oder so. Und dann muss jeder, der das gewinnt, in die Vita schreiben: „Ausgezeichnet mit der goldenen Kacke.“

 

Kannst du uns schon etwas über das Slammer-Line-Up im Frühjahr verraten? Hast du schon konkrete Zusagen?

Ja, das Slammer-Line-Up im Frühjahr ist komplett. Ende Februar werden die Plakate hängen. Am 1. März beginnt der Kartenvorverkauf. Wir haben mit Lisa Christ (Olten/Schweiz) und Meral Ziegler (Wien) zwei fantastische Slammerinnen aus dem Ausland dabei, mit Lolo wieder eine Regensburger Lokalmatadorin, mit Thomas Schmidt erstmalig einen Stand-Up-Comedian – worauf  ich mich besonders freue … er ist noch nie auf einem Slam aufgetreten – und mit Tino, Hazel und David sind wieder drei sehr gute Freunde am Start, die zufällig auch alle herausragende KünstlerInnen sind. Fun Fact: Mit David Friedrich habe ich mein erstes Buch „bunt und kühl“ geschrieben. Es ist 2013 beim ConBrio-Verlag Regensburg erschienen.

 

Wir sind dabei! Vielen Dank für das spannende Gespräch, lieber Thomas!

(c) Titelfoto: Hazel Brugger

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