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SPARKASSE KUNST: Werkstattbesuch bei Inken Hilgenfeld

Weniger ist mehr. Wer braucht schon nichtssagendes Beiwerk im Bild? Inken Hilgenfeld verzichtet auf dieses Beiwerk. Weglassen ist ein großer Bestandteil ihrer Arbeit. Sie rückt das Wesentliche in den Mittelpunkt – dann lässt sie die Dinge Bezug zueinander aufnehmen. Eine Tanne, eine Teppichrolle, eine Art Gerüst. Eine Lichterkette, eine einzelne Säule, ein Architekturelement. Fein säuberlich aus Fotos ausgeschnitten und auf Papier gebracht.

 

Spannend, was sich im Kopf beim Betrachten der Blätter tut, die so reduziert sind und viel weiße Fläche zulassen. Hm, welche Räume, welche Landschaften waren das wohl im Original? Ich hab Bilder im Kopf. Krame in meiner Erinnerung, wo mir so eine Lichterkette, wie man sie früher vielleicht an der Gartenlaube hatte, schon mal untergekommen ist. Gut, Säulen kenn ich aus dem Urlaub in Italien oder Griechenland. Gesehen, gemerkt, erinnert.

 

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Inken Hilgenfeld, die ich in ihrem Atelier mitten in der Regensburger Altstadt treffe, spielt mit unserer Wahrnehmung. Sie benutzt dafür gerne Alltagsgegenstände, löst deren Form und Struktur auf, baut die Dinge neu zusammen und schafft so interessante, offene Raumbezüge. „Sehen hat mit Gewohnheit zu tun“, sagt sie, und freut sich diebisch darüber, wenn es ihr wieder einmal gelungen ist, das Auge des Betrachters in die Irre zu führen.

 

Die diplomierte Bildhauerin, die zudem ein Studium der Freien Kunst absolviert hat, lässt sich dabei auf keine Technik festlegen. Skulptur, Frottage, Collage, Zeichnung. Alles aus einem Impuls, nur die Darstellungsweise ist vielfältig.

 

Ich spreche Inken Hilgenfeld auf ihre Tuschearbeiten in der Sparkassenzentrale an. Scherenschnittartige Momentaufnahmen in Schwarz auf Weiß. Das Arbeiten mit Tusche ist Hilgenfeld vertraut. Drei Jahre war sie bei einer Tuschemeisterin in der Ausbildung und hat sich in der Sumi-e-Technik unterrichten lassen. „Die Tücke“, erzählt die Künstlerin, „liegt dabei in den Grauabstufungen im flüchtigen Strich.“ Immer wieder zieht sie sich dahin zurück und besinnt sich auf ihre Fähigkeiten. „Sich darauf verlassen können, was man kann, ist eine schöne Erfahrung.“

 

Eine schöne und spannende Erfahrung ist es auch, sich mit Inken Hilgenfeld zu unterhalten. Ich mag ihre Ruhe und ihren Weitblick. Im Hier und Jetzt findet Inken Hilgenfeld ihre Themen, die sie zu unseren macht, wenn wir uns auf ihre Bilder einlassen. Alles ist erlaubt in der Kunst, ist sie überzeugt. Und ich bin es auch.

 

 

Text: Elke Schmidt

Fotografie: Fabian Lutz

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