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ABENTEUER BÖRSENSPIEL: Geplant. Gelernt. Geplatzt!

Eine Analyse

Wir geben es zu. Unter dem klingenden Namen Belfort-Boyz haben wir letzten Herbst versucht, gut gelaunt die Aktien-Weltherrschaft an uns zu reißen. Die ganze Herrschaft? Nein. Aber fast. Wir wollten das bereits erfahrene Team Jotella von Radio Gong FM im Sparkassen-Börsenspiel 2014 besiegen. Außer Konkurrenz. Unbedingt. Aber es kam ganz anders. Der Traum ist geplatzt.

Aber langsam. Eigentlich hätte unsere Strategie kaum ausgefuchster sein können. Wie aus dem Lehrbuch spekulierten wir im Vorfeld auf drei verschiedene Szenarien:

 

1. Ein wichtiger Eckpfeiler sollte das prognostizierte Ende der Ukraine-Krise Niemand konnte ein ernsthaftes Interesse an einem Weiterdrehen der Sanktionsschraube haben, weder der Westen noch Putin. Die ersten Zeichen standen auf Gespräche und Entspannung. Deshalb investierten wir viel Geld in die Automobilindustrie und in Luxusgüter. Unsere Idee: Werden die Sanktionen gegenüber Russland aufgehoben, werden sich die reichen Russen wieder mehr gönnen. Das tun sie (wie man weiß) am liebsten mit Luxusgüter und deutschen Autos. Dazu kam, dass die Automobilbranche gerade boomte und ein neues Rekordjahr bevorstand.

2. Unser zweites Steckenpferd bildete die prosperierende Tech-Branche, in der wir dann auch das meiste Budget (Gesamtkapital: 50.000 Euro) pumpten. Die großen und Aufsehen erregenden Börsengänge von Alibaba und Zalando bereiteten aus unserer Sicht den fruchtbaren Boden für einen goldenen Herbst-Hype.

3. Ganz nach dem Motto: „Lege nicht alle Eier in einen Korb“ versuchten wir, unser Geld so breit wie möglich zu streuen. Also wetteten wir auf einen harten und schnellen Wintereinbruch während des Spiels. Das sollte mit etwas Glück genügen, um die Aktien von Continental und Pirelli nach oben zu treiben.

Darüber hinaus sollte unsere Marschroute den Unterschied machen. Je länger das Spiel dauerte, so planten wir, desto kleiner sollte unser Portfolio werden, so dass am Ende nur noch die stärksten und besten Performer übrig blieben. Die Strategie hatte Hand und Fuß. Sie war überlegt, gut durchdacht und nicht zu riskant. Durch das breite Portolio sollten wir eigentlich krisensicher durch das Spiel gehen und uns gegenüber unseren branchenfernen Konkurrenten „Jotella“ und „Maria and the Diamonds“ absetzen. Sollten wir. Eigentlich.

Doch es kam wie es kam. Das Drama nahm seinen Lauf.

NOCH GUTER DINGE: Die BelfortBoyz

I. Akt: Trügerische Ruhe

Gleich zu Beginn des Spieles, am 01.10., investierten wir unser Kapital in 17 Firmen. Damit waren wir weit und breit die Einzigen, die pünktlich starteten. „Super“, dachten wir uns, „dann können wir uns schon einen Vorsprung erarbeiten.“ Die ersten Tage waren schön und entspannt. Trotz des langsamen und leichten Verfalles des DAX lief es für uns nicht schlecht. Langsam konnten wir die Verluste, die durch die Gebühren der Einkäufe anfielen, wieder wettmachen. Unsere Strategie schien aufzugehen. Wir hatten den Sieg vor Augen. Und wunderten uns nur ein wenig, warum „Jotella“ uns so leichtes Spiel machte. Hatten die Moderatoren von gongfm etwa den Start verschlafen? Das sollte uns nur recht sein!

Dann kam der 09.10.2014. Wir trauten unseren Augen nicht: Der DAX rauschte binnen eines Tages von über 9.000 Punkten auf unter 8.800 Punkte ab. Das ist ein satter Sturz von knapp 200 Punkten. Was für ein Schock! An diesem schwarzen Donnerstag stürzten natürlich auch unsere Aktien auf breiter Front ab. Um weitere Verluste zu begrenzen, stiegen wir, im Gegensatz zu den meisten Deutschen, die ja gerne ihre Verluste laufen lassen, schnell aus allen Artikeln aus. Doch es war bereits zu spät. Unser Portfolio musste einen herben Verlust hinnehmen. Die Börse hatte uns eiskalt erwischt. Wir wussten, dass jetzt alles doppelt schwer werden würde, da unser Gegner noch nicht im Spiel war, also noch die komplette Summe von 50.000 fiktiven Euro auf dem Konto hatte. Trotzdem konnten wir es noch schaffen, das Spiel hatte ja erst begonnen!

II. Akt: Der Todesstoß

Knapp zwei Tage später waren wir der Meinung, der Verfall des DAX sei beendet. Wir wollten unsere Jagd nach dem Titel so schnell wie möglich wieder beginnen. Wir waren zwar angeschlagen, aber wir waren wieder hungrig. Unsere Gegner waren noch nicht in Sicht. Ebenfalls sah der DAX wieder gut aus. Er stabilisierte sich. Aufgrund der veränderten Ausgangssituation waren wir gezwungen, unsere Strategie leicht zu verändern. Mit Vorsicht stiegen wir dieses Mal nur in 9 Positionen ein, um nicht den Überblick zu verlieren. Auch nur die Hälfte unseres Kapitals investierten wir. Erst nach und nach wollten wir unser ganzes Geld wieder auf den Markt werfen.

Dies wäre jedoch egal gewesen. Denn der Todesstoß folgte sofort. Am 15.10.2014 waren wir abgeschrieben. Der deutsche Aktienindex verlor erneut satte 240 Punkte an einem Tag. Unser Portfolio fiel damit mit einem Schlag auf knapp 46.200 €. Damit schien das Spiel für uns gelaufen zu sein. Es schien unmöglich, diesen Rückstand noch aufzuholen. Irgendetwas wollte einfach nicht, dass wir gewinnen. Sollte es das schon gewesen sein? Trotz aller Verzweiflung mussten wir doch unserem Namen und der Sparkasse Regensburg alle Ehre machen.

III. Akt: Alles – oder Nichts!

Unser neues Motto hieß jetzt: Alles oder Nichts! Um die Verluste irgendwie wettzumachen, erweiterten wir unser Portfolio Luxus, Automobil und Tech-Branche mit Versicherern und Banken. Auch Ubisoft und Lufthansa waren mit dabei. Außerdem setzten wir mehr auf Dow-Jones-Aktien. Nach kurzen Gewinnen verkauften wir die Aktien sofort. Sobald eine Aktie keinen Gewinn brachte warteten wir auch nicht lange und verkauften wieder. Nach und nach konnten wir so den Wert unseres Portfolios steigern. Dazu schrumpften wir unser Portfolio zum Ende hin auf Microsoft, Apple und Nokia.

Diese Taktik lief erfolgreich. Kurz vor dem Ende standen wir mit 49.800 € kurz vor dem Durchbrechen der magischen 50.000 €-Marke, die auch unsere Ausgangsbasis darstellte. Ohne Verluste aus dem Spiel zugehen, wäre nach diesem Verlauf ein großer Erfolg gewesen. Doch ausgerechnet im Endspurt schwächelten die Dow-Aktien und der DAX trumpfte noch einmal über die 10.000-Punkte-Marke, ehe er erst nach dem Ende des Spieles abermals abrutschte. Dagegen hatten wir leider nichts mehr zu setzen. Das Spiel endete, und wir hatte nur ein Vermögen von 48.958 €. Wir waren geschlagen, am Boden zerstört. Das Spiel war aus.

Fazit: Timing ist alles!

Wenn wir am Ende des Jahres wieder beim Planspiel Börse antreten, müssen sich unsere Gegner warm anziehen. Wir haben einiges gelernt. Doch unsere Poker-Strategie ging nicht auf. Die 77 Trades waren am Ende viel zu teuer. Sie kosteten uns insgesamt 1.962 €. Trotz der Kürze des Spieles ist es wichtig, nicht zu aggressiv aufzutreten und Ruhe zu bewahren. Man kann auch zu viel denken und analysieren, nicht jede Hypothese wird real, und wer einmal in der Defensive ist, hat es schwer. Vor allem den Zeitpunkt unseres Einstieges würden wir deshalb anders wählen. Denn dies hat uns letzten Endes das Genick gebrochen. Da sieht man mal wieder: „Timing ist alles“!

Absolut betrachtet, waren die Aktien von Daimler, Pirelli, HP und IBM unsere schlechtesten Performer. Sie brachten uns einen Verlust von insgesamt 1.054€. Unsere besten Aktien waren Apple, Allianz, Lufthansa, Nokia und Microsoft. Dies brachten uns einen Gewinn von 1864€. Doch das hilft alles nichts. Am Ende haben uns „Jotella“ und „Maria and the Diamonds“ uns geschlagen.

Somit bleibt nur noch zu sagen: Es hat jede Menge Spaß gemacht, an der Börse mitzumischen! Herzlichen Glückwunsch an die Schönwetter-Sieger von gongfm. Aber 2015 gibt es Revanche! Ehrensache!

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Kommentare


Christian Liebl schreibt am 18.01.2015 um 14:31 Uhr:

Hallo Herr Lutz, ein wirklich gelungener Artikel, der Spass macht zu lesen. Nur zwei kleine Hinweise: Sie haben unter dem II. Akt einen Fehler im Datum (2015 ??) und meines Erachtens im III. Akt bei peu a peu. Viele Grüße und weiterhin viel Erfolg beim Investieren an den Kapitalmärkten Christian Liebl FBL Hornstraße/Donaustauf

Antwort von Fabian Lutz am 20.01.2015 um 14:17 Uhr:

Hallo Herr Liebl, vielen Dank für Lob & Hinweis! Wird sofort geändert! LG Fabian Lutz


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