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SPARKASSE KUNST: Werkstattbesuch bei Fabian Bertelshofer

Ob Wolle vom Coburger Fuchsschaf oder die handliche Reisesonnenuhr Icarus – das „Manufactum-Adventure-Team“ findet jede Rarität, egal wo auf der Welt, egal wie. Da ist sich Fabian Bertelshofer sicher. Deshalb stehen „Die Abenteuer des Manufactum-Adventure-Teams“ auch auf seiner Liste der Bücher, die es unbedingt verdient haben, noch geschrieben zu werden. Ja, es gibt sie eben noch, die guten Dinge – die sich unter anderem auch in Schubladen verstauen lassen. Im Gegensatz zu Fabian Bertelshofer, den ich in seiner Bude im Nürnberger Osten, einer Dachgeschosswohnung mit Atelier, besuche. „Ich komm grad vom Seminar“, sagt er, als er mir die Tür öffnet. Der gebürtige Nordoberpfälzer studiert derzeit Freie Malerei in der Klasse Ralph Fleck an der Akademie der bildenden Künste.

 Fiktion, Architektonik?

Was machst du so? Ich arbeite gegenständlich und auch nicht. Aha. Schublade – nein danke! „Es gibt eben keine Patentlösungen für die Fragen, die mich beschäftigen“, so Bertelshofer. Das sind Fragen nach Form, Farbe, nach dem perfekten Strich.

 

Ich habe Bertelshofer vor ein paar Jahren schon mal getroffen. Von seinen großen, expressiven Ölmalereien mit Bergmotiven war ich richtig beeindruckt. Da war viel Farbe drin. Jetzt blättern wir seine aktuellen Arbeiten durch. Bergszenen in Schwarz-Weiß. Tusche auf Papier. Ähnliche Szenen, komplett andere Wirkung, aber genauso faszinierend.

 

Das Thema ist geblieben, aber wo ist die Farbe hin? „Malen ist für mich ein Forschungsfeld. Ein ständiges Erproben“, sagt der Künstler. Vor jedem Strich ist ein Gedanke. Bertelshofer betreibt sein Schaffen bis zum Exzess: Farbe, Farbe weg, Farbe dazu, Farbe wieder weg.

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Darf Kunst schön sein? Wo ist die Grenze zum Geschmäcklerischen? Nein, geschmäcklerisch sind die Tuschearbeiten von Bertelshofer sicherlich nicht. Auch seine „Filmprotokolle“ nicht. Hier treibt seine Furcht, etwas einfach nur Schönes zu schaffen, seine Arbeit vorerst auf die Spitze. Schwarze Rechtecke. Filmsequenzen auf Papier gebracht, unzählige Schichten in Schwarz übereinander. Eines seiner Experimente. Er lässt sich auch hier nicht festnageln und verrät nicht, welche Filme seine Vorlage waren. Die Wahrheit liegt irgendwo zwischen Luis Trenker und Russ Meyer, munkelt man.

 

Wir blättern weiter in den Arbeiten und siehe da: Farbe kehrt dezent zurück – und auch die Berge. „Viererbob“ ist einer der Titel. Es sind nur drei Figuren im Bild zu sehen, die hintereinander sitzen, eben wie in einem Bob. Und Nummer Vier? Ein Wanderstock ist der vierte Mann! Fabian Bertelshofer packt Witz in seine Bilder – mit Anspruch. In diesem Fall auch mal mit Titel. Eigentlich mag er es nicht, seine Arbeiten zu benennen. Denn das Werk könnte dadurch eingeschränkt werden. Wie gesagt: Vor jedem Strich ist ein Gedanke.

 

Fabian Bertelshofer ist ein Kopfmensch. Seine unergründliche Gedankenwelt schlägt sich in seinen Bildkonzepten nieder. Leichte Kost nur auf den ersten Blick, wenn man zum Beispiel versucht, in den Bergmotiven vermeintliche Luis-Trenker-Idylle zu identifizieren. In den Bildern steckt mehr: Geschichten, Sehnsucht, Fremdes, Rätselhaftes.

 

Nach dem Besuch bei Fabian Bertelshofer bin ich vorsichtig geworden. Einem Künstler frank und frei zu sagen, seine Arbeit sei schön, ist nicht mehr. Schwierig. Ich hülle mich jetzt in Schweigen und mache mir Gedanken. Vielleicht lege ich aber auch eine Liste an -mit Arbeiten, die es unbedingt verdient hätten, dass man von ihnen sagt: schönes Bild! Also die Bergmotive von Bertelshofer wären schon ganz weit oben. Aber sehen Sie selbst: in unserer aktuellen Ausstellung „im Wachsen“ im Foyer der Sparkassenzentrale in der Lilienthalstrasse 5, Regensburg.

 

Text: Elke Schmidt

Fotografie: Fabian Lutz

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