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Interview mit DekaBank-Experten: 10 Prozent reichen für die Rente

Am Anfang eines Berufslebens ist die Rente wie der Blick auf einen fernen Berg. Doch nur wer seine Kraft gut einteilt und den ganzen Weg geht, kann den Gipfelblick am Ende auch genießen. Wir haben zwei absolute Finanzexperten gebeten, uns ihre ganz persönlichen Aufstiegsrouten zu verraten. DekaBank-Chefvolkswirt Dr. Ulrich Kater und Dr. Holger Bahr, Leiter Volkswirtschaft der DekaBank, im Doppelinterview zum Thema „Private Vorsorge“.

 

Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht eine Zeitung  oder Zeitschrift über die Notwendigkeit einer privaten Altersvorsorge berichtet. Dennoch schieben viele Deutsche dieses Thema vor sich her. Wann haben Sie zum ersten Mal über Ihre Altersvorsorge nachgedacht?

 

Dr. Kater: Ich habe mich bereits am Anfang des Studiums mit den verschiedenen Formen von Alterssicherungssystemen beschäftigt. Dabei wurde mir schnell klar, dass unser umlagefinanziertes Rentensystem immer eine wesentliche Rolle bei der Alterssicherung in Deutschland spielen wird. Es war aber gerade vor dem Hintergrund der Diskussionen in den neunziger Jahren auch klar, dass aufgrund des demografischen Wandels dieses System allein nicht mehr in der Lage sein wird, die bislang gekannte Sicherung im Alter bereit zu stellen. Seitdem ist für mich die Notwendigkeit einer privaten Vorsorge so einsichtig, wie es mir sinnvoll erscheint, bei Regen einen Regenschirm mit nach draußen zu nehmen.

 

Dr. Bahr: Ich habe meine berufliche Laufbahn als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Stab des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung begonnen und mich damals unter anderem mit Fragestellungen zur Rentenversicherung beschäftigt. Es war ausgerechnet eine Tagung mit dem damaligen Arbeitsminister Norbert Blüm, die mir vor Augen führte, dass die Rente wirklich sicher ist – nur leider nicht für meine Generation im gewohnten Umfang. Das berühmte Plakat an der Litfaßsäule hat mich nicht überzeugt. Das Prinzip Generationenvertrag konnte aufgrund der demografischen Entwicklung einfach langfristig nicht funktionieren. Für mich gab es da kein Vertun: Um meine Altersvorsorge musste ich mich selbst kümmern.

 

Was haben Sie alles bei der Entscheidungsfindung bedacht?

 

Dr. Bahr: Alles beginnt mit der Grundsatzentscheidung „Ich will, dass es mir im Alter gut geht.“ Ich habe seinerzeit als Berufseinsteiger zunächst entsprechend klein angefangen und hatte damals natürlich auch noch nicht die Versorgung einer Ehefrau oder meiner Tochter mitzubedenken. Durch meinen Job hatte und habe ich zugegebenermaßen einen direkten Bezug und Zugang zum Thema Altersvorsorge. Mir war vor allem Flexibilität wichtig. Was liegt da näher als ein Fondssparplan?

 

Dr. Kater: Auch hier hat mir meine frühe Beschäftigung mit finanzökonomischen Themen schnell einige Regeln mit auf den Weg gegeben. Etwa dass Wertpapiere trotz ihrer kapitalmarktbedingten Schwankungsanfälligkeit für die Altersvorsorge die beste Mischung aus Erträgen, Handhabbarkeit, und Flexibilität darstellen. Wer sich mit der Wertpapieranlage beschäftigt, findet schnell einige Prinzipien, nach denen er vorgehen sollte, um Fehler und damit Risiken gering zu halten. Es gibt inzwischen viel gute Literatur, auch die DekaBank hält hierzu einiges vor. Aber ich kann auch nachvollziehen, dass viele Menschen das Thema als sehr komplex empfinden. Dann empfiehlt es sich, mit Leuten darüber zu sprechen, die Ahnung haben und denen man vertrauen kann. Hier haben die Beraterinnen und Berater der Sparkasse einen guten Leumund.

 

Verraten Sie uns, wie viel Geld Sie monatlich für die Rente zurücklegen und wie Sie ganz konkret für Ihren Ruhestand sparen?

 

Dr. Kater: Insgesamt sind 10 Prozent des Einkommens für die private Altersvorsorge eine gute Hausnummer. Das teilt sich bei mir in meine betriebliche, riestergeförderte Altersvorsorge und langfristige Sparanlagen auf. Der Flexibilität und den Frankfurter Wohnungspreisen geschuldet, wohnen wir lieber zur Miete. Bei den Anlagen bin ich sehr sachwerteorientiert: Breit gestreute Aktienanlagen sowie mit Aktien und Renten gemischte Fonds machen mehr als 50 Prozent meines Altersvorsorgeportfolios aus. Immobilien gehören auch dazu. Ich bevorzuge Immobilienfonds, weil sie das Risiko streuen und erheblich weniger Arbeit machen als eine eigene Immobilie.

 

Dr. Bahr: Für mich, wie für jeden anderen auch, hängt die Höhe der Sparrate vom Alter, Einkommen und einem eventuell bereits vorhandenen Vermögen ab. Ich halte mich an die Faustregel „7 bis 10 Prozent vom Gehalt“. Trotz ihrer kapitalmarktbedingten Schwankungsanfälligkeit sind für mich – nicht nur angesichts des andauernden Niedrigzinsumfelds hierzulande – international ausgerichtete, breit gestreute Aktienfonds die einzig sinnvolle Anlage. Als sich die Möglichkeit dazu bot, habe ich meine Altersvorsorge um Riestersparen ergänzt. Die staatlichen Förderungsmöglichkeiten sollte man unbedingt ausschöpfen.

  

Worauf sollten unsere Kunden bei der Altersvorsorge achten?  

 

Dr. Bahr: Pauschale Tipps wären bei einem so komplexen Thema sicherlich nicht angebracht. Allen und gerade denjenigen, die eher geringere Vorkenntnisse haben, weil sie eben nicht wie ich in der Finanzbranche arbeiten, kann ich nur ans Herz legen, sich bei ihrer Sparkasse gründlich beraten zu lassen. Die Zeit ist in jedem Fall gut investiert. Schließlich will man sich am Ende mit seiner Entscheidung wohlfühlen. Das gelingt nur, wenn man sich einen Überblick über die Vorsorge- und auch die damit verbundenen Fördermöglichkeiten verschafft.

 

Dr. Kater: Es gibt einige Dinge, die es anzugehen gilt. Zuerst sollte man sich überhaupt mit dem Thema befassen und es nicht auf später verschieben. Gerade bei der Altersvorsorge sind die ersten Jahre die wichtigsten, weil Aktien mitunter nun mal zwanzig oder dreißig Jahre optimale „Reifezeit“ benötigen. Dann muss systematisch die eigene Situation analysiert werden; hierzu gehören Berufs- und Familienplanung und auch Konsumpräferenzen. Diese Bestandsaufnahme sollte anhand von bewährten Konzepten wie etwa dem Finanzkonzept bei den Sparkassen geschehen. Danach geht’s ans Handeln: Hier darf man nicht auf falsche Versprechungen, etwa des grauen Kapitalmarktes hereinfallen. Wenn Ihnen heute sichere Zinsen von 6 Prozent plus Steuervorteil für die kommenden Jahre versprochen werden, müssen Sie davon ausgehen, dass die Anlage sogar hohe Verluste einfahren kann. Gerade die Aspekte Seriosität und Konservatismus in Sachen Geldanlage sprechen sehr für die Sparkassen als Partner in der Altersvorsorge. Wo gibt es sonst Finanzanbieter, die über hundert Jahre Erfahrung in Finanzberatung und Kundenbetreuung mitbringen?

 

Die DekaBank-Volkswirte sind bekannt für ihre Wortschöpfungen wie z. B. „Realzinsfalle“ oder „Wohlruhestand“. Erlauben Sie uns deshalb eine ganz persönliche Frage zum Schluss: Wie sieht denn Ihr perfekter „Wohlruhestand“ aus?

 

Dr. Kater: Geld sollte den Hintergrund für Möglichkeiten im Alter für sich selbst und die Familie bilden, sowohl was die veränderten Bedürfnisse und Risiken angeht als auch was Aktivitätswünsche betrifft. Ich möchte einige gemeinnützige Projekte verwirklichen und weiter im Bildungsbereich tätig sein und mich dabei möglichst wenig um Finanzen kümmern müssen.

 

Dr. Bahr: Ich wünsche mir das, was wohl den meisten am Herzen liegt: geistige und physische Flexibilität. Das kann man sich natürlich weder erkaufen noch ersparen. In vollen Zügen genießen kann ich es aber letztlich nur, wenn ich auch finanziell gelassen bin. Genau dafür sorge ich jetzt vor, statt am Ende meine Rente aufbessern zu müssen. Als passionierter Golfer ist übrigens in meinem Falle wohl der Begriff „Wohlunruhestand“ treffender.

 

Lieber Herr Kater, lieber Herr Bahr, wir bedanken uns für diese persönlichen Einblicke!

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